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Phocus – FFC Top 10 Team 2018

Bei einer durchschnittlichen Handynutzung von zwei Stunden pro Tag verbringen wir rund dreißig Tage im Jahr mit unseren Handys. Phocus tritt für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Smartphone ein.

Rudolf Sallinger Fonds

 

Bei einer durchschnittlichen Handynutzung von zwei Stunden pro Tag verbringen wir rund dreißig Tage im Jahr mit unseren Handys. Phocus tritt für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Smartphone ein. Die eigene Handynutzung wird über eine App reguliert. Nutzer sammeln während handyfreien Zeit Punkte innerhalb der App, die in weiterer Folge gegen attraktive Preise eingetauscht werden können.

Der Rudolf Sallinger Fonds führte ein Interview mit Mitgründer Florian Pitsch, in dem es um die Weiterentwicklungen, Ziele und Zukunft des ehemaligen Top 10 Finalisten der Future Founders Challenge 2018 ging:

 

Euer Start-up Phocus ist im vergangenen Jahr unter die Top 10 der Future Founders Challenge 2018 gekommen. Wie hat sich die Idee seither weiterentwickelt?

Florian Pitsch: Wir haben Phocus im Zuge eines Masterprogramms gestartet und waren bei der Future Founders Challenge zu viert. Die Konstellation im Team hat sich mittlerweile ein wenig verändert – von der ursprünglichen Gruppe sind noch mein Mitgründer und CTO Fabian Fröschl und ich da, seit kurzem haben wir mit Eva Keiffenheim eine weitere Person als Content Strategist in unserem Team. Ein Gewerbe habe ich schon angemeldet, bald soll aber eine GmbH daraus werden. Die 500 Euro von der Future Founders Challenge haben wir für die Deckung anfänglicher Kosten verwendet. Das hat uns dabei geholfen, uns nicht mit der Finanzierung und Aufteilung kleinerer Kosten beschäftigen zu müssen, sondern uns auf die Weiterentwicklung von Phocus konzentrieren zu können.

Bis Anfang des Jahres haben wir Phocus neben unseren Jobs weiterentwickelt, jetzt haben wir uns aber dazu entschieden, Vollzeit daran zu arbeiten. Teilzeitjobs helfen uns dabei, Geld zu verdienen, das wir in Phocus investieren können.
Seit Ende März ist die Android App mit einem Hauptprodukt als Preis schon live, die Entwicklung der iOS App ist leider ein bisschen schwieriger, eine Stelle für einen App Entwickler haben wir schon ausgeschrieben. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir diese Anfang bis Mitte Mai online haben werden.

 

Welche unternehmerischen Ziele habt ihr euch für 2019 gesetzt?

Florian Pitsch: Das größte Ziel ist sicherlich, die App nicht nur für Android, sondern auch für iOS verfügbar zu machen. Genaue Ziele, wie viele Nutzer wir erreichen wollen, haben wir uns noch nicht gesetzt. Dafür müssen wir noch ausloten, was genau unsere Zielgruppe möchte, wie sie die App verwenden würde etc. Das ständige Nachjustieren an unterschiedlichen Schrauben ist Teil des Start-up Daseins, nimmt natürlich auch viel Zeit in Anspruch, aber bringt auch wahnsinnig viel Wissen mit sich.
Im Optimalfall können wir mit Phocus so viel Aufmerksamkeit erregen, dass wir gegen Ende des Jahres nicht nur in Österreich, sondern auch in anderen Ländern aktiv sind.

 

Wer ist eure Zielgruppe? Wieso sollen diese Personen Phocus nutzen und nicht auf andere bereits etablierte Apps zurückgreifen? Worin liegt der Vorteil von Phocus?

Florian Pitsch: Unsere Hauptzielgruppe waren und sind nach wie vor SchülerInnen. In Gesprächen ist uns aber aufgefallen, dass auch Erwachsene eine derartige App nutzen möchten. Auch sie geben an, untertags sehr oft am Handy zu sein – nutzt man sein Handy nur zwei Stunden täglich, sind das innerhalb eines Jahres ganze dreißig Tage, die man ausschließlich mit der Handynutzung verbringt.
Die Idee, Erwachsene in die App zu integrieren, ist durch einen Job im Sillicon Valley entstanden. Ein Vorteil ist natürlich, dass Erwachsene mit der Nutzung von Phocus auch ihre Kinder motivieren und davon überzeugen können, besser auf ihre Handynutzung zu achten.

Es gibt tausende Apps, die Eltern die Möglichkeit bieten, die Handynutzung ihrer Kinder zu kontrollieren. All diese Apps haben für uns aber einen gemeinsamen Nenner: Überwachung. Wir verfolgen mit Phocus einen anderen Ansatz. Phocus soll Handynutzung nicht verbieten, sondern dazu motivieren, sich aktiv für eine bewusste Handynutzung zu entscheiden. Gelingt das, merkt man, dass man das Handy vielleicht doch nicht so oft braucht.
Wir sind gegen klassische Handyverbote, weil wir den Sinn dahinter nicht erkennen. Werden Handys in Schulen verboten, habe ich noch lange nichts über die Handynutzung gelernt und hänge nach der Schule genauso oft und lange am Handy wie davor. Phocus soll den bewussten Umgang mit dem Handy trainieren und für eine verantwortungsvolle Handynutzung sorgen.

 

Wie funktioniert Phocus genau?

Florian Pitsch: Gleich nachdem SchülerInnen unsere App öffnen, werden ihnen zwei Preise angeboten. Sie können einen dieser Preise auswählen, der ihnen gehört, unter der Voraussetzung, dass sie genug Punkte innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens sammeln. Dafür drücken die SchülerInnen auf die Schaltfläche „Punkte sammeln“, danach wandern alle 5 Minuten 5 Punkte auf ihr Punktekonto. In dieser Zeit ist das Handy nicht nutzbar. Unsere Zukunftsvision ist, dass wir ein eigenes Ökosystem aus unserer App erschaffen, mit Hilfe dessen man sinnvolle Anwendungen wie Rechner oder Wörterbücher während dieser Zeit nutzen kann.

Sobald der erste Preis gesammelt wurde, werden immer wieder Preise von verschiedenen Partnern von Phocus angeboten. Auch Eltern können über unsere Partnerunternehmen größere, individuelle Preise kaufen, um ihre Kinder mit dem bewussten Verzicht auf ihr Handy zu motivieren.
In Zukunft möchten wir innerhalb der App auch Schul- und Klassenwettkämpfe veranstalten. Dabei könnte die beste Klasse z.B. eine Reise erhalten, die beste Schule neue Turngeräte. Welche Preise zur Verfügung stehen, richtet sich dann natürlich auch nach unseren Partnern. Bei diesen Wettkämpfen sollen aber nicht nur die Preise, sondern vor allem die Möglichkeit des direkten Vergleichs mit anderen und die Selbstmotivation, besser als andere zu sein, im Fokus stehen.

Für Erwachsene soll Phocus eine Art Cashback-Modell bieten. Zurzeit können Erwachsene ein Produkt unserer Partnerunternehmen bestellen, das dann auch in der App aufgelistet wird. Die App zeigt auch an, wie viele Punkte für Cashback nötig sind. Sobald diese Punkte erreicht wurden, erhält man dann einen bestimmten Geldbetrag zurück, derzeit sind es 5 Prozent des Kaufpreises.
Unser Ziel ist es, dass Erwachsene in Zukunft 500-1.000€ pro Jahr durch das verantwortungsvolle Benutzen des Handys sparen können, natürlich müssen wir hier aber zunächst mit kleineren Summen starten.

 

Welche Partner & Sponsoren habt ihr bereits an Bord? Wie konntet ihr sie für euch gewinnen?

Florian Pitsch: Fix an Board ist zum Beispiel der FC Flyeralarm Admira. Den Fußballclub konnten wir vor allem mit der Idee der Wettkämpfe innerhalb der App überzeugen und auch durch den Umstand, dass sie einen großen Wert auf Nachwuchsarbeit legen. Als Preise werden Tickets für Bundesliga-Spiele, aber auch Admira-Fanartikel in unserem Shop zur Verfügung gestellt.
tink – Home of Connected Home ist auch bereits fixer Partner.

Zudem ist Phocus bereits im Partnernetzwerk von Unternehmen wie Humanic, Nike und Amazon. Wir wollen nach und nach neue Partner hinzufügen und unser Netzwerk ausbauen. Durch meine berufliche Erfahrung im Bereich des E-Commerce haben wir viele Ideen und Zugänge zu vielversprechenden potenziellen Partnern.

 

Was war für euch der größte Schritt in der Entwicklung von Phocus?

Florian Pitsch: Der merklich größte Schritt nach vorne ist uns mit der Namensfindung und der Entstehung der Website gelungen. Das klingt ganz banal, hat die Idee von Phocus aber plötzlich sehr viel realer werden lassen. Bevor wir uns für Name und Website entschieden haben, haben wir recht lange hin und her überlegt, in welche Richtung es gehen soll. Dass Phocus dann irgendwann plötzlich von anderen gesehen werden konnte, hat dem gesamten Team einen unglaublichen Push gebracht und uns alle zusätzlich motiviert.
Wichtig ist, dass man auf keinen Fall Angst davor haben sollte, die eigene Idee gefühlte hundert Mal zu verwerfen. In der Anfangsphase haben wir unser Modell mehrmals wöchentlich verändert und immer wieder neu definiert, wie es laufen soll und wie wir Kunden gewinnen wollen. Viele denken manchmal einfach auch zu lange darüber nach, wie man Gewinn machen kann und wollen den perfekten Business Plan präsentieren. In erster Linie sollte es aber darum gehen, den Nutzer für die Idee zu begeistern und zur regelmäßigen Nutzung zu bewegen und dadurch Umsatz zu erhalten. Schafft man dies, wird man auch einen Weg finden, Gewinn zu machen!

https://www.phocus.at

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    deckt Haftpflichtansprüche gegen Unternehmensleiter

Zweck dieses Textes ist eine kurze und geraffte Information über unser Produkt. Es ist kein Angebot im rechtlichen Sinn. Der Inhalt wurde sorgfältig erarbeitet, doch kann die verkürzte Darstellung zu missverständlichen oder unvollständigen Eindrücken führen. Für verbindliche und vollständige Informationen verweisen wir auf die Antragsunterlagen und die Versicherungsbedingungen.

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CRYS – S&B Award Gesamtsieger 2018

Das Start-up UGP materials hat es sich zum Ziel gesetzt, die industrielle Produktion von Hochleistungskunststoffen mit der hydrothermalen Polymerisation zu verändern.

Rudolf Sallinger Fonds

Das Start-up UGP materials hat es sich zum Ziel gesetzt, die industrielle Produktion von Hochleistungskunststoffen mit der hydrothermalen Polymerisation zu verändern. Mit Hilfe dieses Verfahrens sollen Kunststoffe und andere Werkstoffe umweltschonender und qualitativ hochwertiger produziert werden können. Das aus dem Start-up entstandene Produkt CRYS ermöglicht die Herstellung von Kompositprodukten bei gleichzeitiger Steigerung mechanischer, thermischer und chemischer Resistenzen im Endprodukt.

Der Rudolf Sallinger Fonds hat mit UGP materials-Gründer Dietmar Gombotz ein Interview geführt, um herauszufinden, wie sich die Geschäftsidee sei dem S&B Award 2018 weiterentwickelt hat:

 

Vor nicht ganz einem Jahr haben Sie als Gesamtsieger den S&B Award 2018 gewonnen. Was hat sich seitdem bei Ihnen unternehmerisch getan?

Dietmar Gombotz: Der S&B Award hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir unsere Arbeit in den vergangenen Monaten deutlich vorantreiben konnten. Wir haben mehrere Kooperationspartner an Land gezogen, mit denen wir unterschiedlichste Projekte in der Pipeline haben.
Die letzten Monate haben wir auch dazu genutzt, unsere Unternehmensgründung voranzutreiben, die TU Wien bleibt als Shareholder mit an Bord. Seit Mitte März haben wir einen eigenen Produktionsleiter. Eine Laborfläche für die erste Produktion zur Skalierung über den Labormaßstab hinaus folgt im April.

 

Welche Entwicklungsschritte haben Sie seither gesetzt? Haben Sie bereits expandiert?

Dietmar Gombotz: Wir haben einige Testläufe gestartet, um zu sehen, wie sich unser Produkt in unterschiedlichen Umgebungen verhält und wie wir es in Polymer-Kompositen im High Performance Bereich sinnvoll einsetzen können. Von großer Bedeutung war, unsere Prozesse zu skalieren und herauszufinden, wie wir von einem Labor- auf einen Kleinproduktionsmaßstab kommen können. Das Produktionsverfahren selbst ist relativ einfach, aber je nach Skalierung ergeben sich unterschiedlichste Problemstellungen, die technisch anders behandelt werden müssen.
Man kann sagen, dass wir mit unseren Kooperationsprojekten derzeit mitten in der Expansion stecken. Ziel ist natürlich, aus den Kooperationspartnern echte Kunden zu machen, die unser Produkt nachhaltig regelmässig kaufen und mit uns gemeinsam die Produktentwicklung vorantreiben.

 

Wie hat sich der Markt für ihr Verfahren entwickelt?

Dietmar Gombotz: Der Markt ist relativ schwierig zu definieren da unser Produkt sehr vielfältig anwendbar ist. Es gibt verschiedene relevante Märkte wie beispielsweise den Polymer-Komposit-Lagermarkt (Kugellagermarkt), der zwischen 5% und 7% gewachsen ist. Auch im globalen High Performance Polymer-Markt erkennen wir starkes Wachstum von über 5%. Im Grunde genommen ist der Materialsektor eine boomende Branche.
Die Kompetenzen für die verschiedensten Märkte sind auf hochtechnologisierte geographische Regionen wie Europa, Kanada, die USA, Südkorea oder Japan verteilt. Speziell in Deutschland gibt es im Bereich des Maschinenanlagenbaus Zulieferbetriebe, die absolute Marktführer sind. Wir stehen daher auch in regem Austausch mit einem potenziellen Kooperationspartner aus Deutschland, der den für uns sehr spannenden Polymer-Lagermarkt bedienen kann.

 

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie sich für 2019 gesetzt? Was brauchen Sie dazu?

Dietmar Gombotz: Momentan sind wir in der Vorbereitung für den Roll Out. In den nächsten Monaten gilt es, die komplette Analyse für die wichtigsten Einsatzgebiete von CRYS in üblichen Kompositmatrizen fertigzustellen und eine solide Datenbasis für übliche Komposite zu definieren. Das hilft uns dabei, auf Anfragen potenzieller Kunden schneller reagieren und Empfehlungen für ihre jeweiligen Anliegen aussprechen zu können.
Unsere Anlage soll außerdem auf zwei Skalierungsstufen ausgebaut werden und wir müssen weitere angewandte Forschung leisten, um mit dem Produkt den extakten Markt zu treffen.
Momentan testen wir noch mehrere mögliche Nischen für den Einsatz von CRYS ab, sie finden sich zum Beispiel im Automobilbereich oder auch im Bereich der Herstellung von Smartphones. Im Idealfall können wir unseren Roll Out 2020 in zwei Nischen starten.

 

Welche Kundenbedürfnisse können Sie mit Ihren verschiedenen Polymerklassen abdecken?

Dietmar Gombotz: CRYS ermöglicht unseren Kunden Kompositprodukte herzustellen um extrem hochwertige Anforderungen abzudecken. Dies ermöglicht ihnen wettbewerbsfähig zu bleiben oder zu werden. Mit Hilfe unseres Produktes werden mechanische, thermische und chemische Resistenzen im Endprodukt gesteigert – bei gängigen Lösungen zur Leistungssteigerung können letztere Eigenschaft oft nicht simultan verbessert werden.
Unser Produkt erzielt daher eine deutlich größere Schnittmenge mechanischer, thermischer und chemischer Resistenzen. Das heißt zum Beispiel, dass unsere Kunden durch den Einsatz unseres Produktes ein Endprodukt anbieten können, das dieselben Eigenschaften wie vorher besitzt, dabei aber beispielsweise viel leichter ist.
Polymer-Komposite sind außerdem dazu in der Lage, Keramikmaterialien abzulösen. Die Verarbeitung von Keramik ist extrem aufwendig, beim Qualitätsmanagement gibt es zum Teil große Probleme – der kleinste Riss reicht aus, um nochmal von vorne starten zu müssen. Mit Polymer-Kompositen können wir auf Standardverfahren setzen, die einfacher und günstiger sind und darüber hinaus geringeren Wartungsbedarf haben.

 

Hat Ihr Verfahren das Potential umweltschädliche Plastikerzeugung abzulösen? Wie genau kann das funktionieren?

Dietmar Gombotz: Im Herstellungsprozess unterscheiden wir uns deutlich von anderen Plastikherstellern. Bei der Herstellung von Hochleistungsplastik werden üblicherweise toxische Katalysatoren verwendet. Da unsere Polymer-Partikel jedoch in Wasser hergestellt werden sind die Auswirkungen auf die Umwelt deutlich geringer.
Das fertige Endstück selbst verfügt über dieselbe Recyling Problematik wie andere Polymer-Komposite. Der Vorteil bei Verwendung von CRYS in Kompositwerkstücken ist neben der Herstellung aber auch, dass sie wir die Einsatzdauer erhöhen und allein dadurch weniger Müll erzeugt wird.

KernTec – FFC Gewinner Team 2018

Kerne von Stein- und Kernobst sind zum Großteil ein klassisches Abfallprodukt. Etliche tausend Tonnen wertvoller Rohstoffe gehen damit allein in Österreich jedes Jahr verloren. Das Start-up KernTec hat einen Prozess entwickelt, wie Kerne von Stein- und Kernobst so gespalten werden, dass sie weiterverarbeitet werden können.

Rudolf Sallinger Fonds

Kerne von Stein- und Kernobst sind zum Großteil ein klassisches Abfallprodukt. Etliche tausend Tonnen wertvoller Rohstoffe gehen damit allein in Österreich jedes Jahr verloren. Das Start-up KernTec hat einen Prozess entwickelt, wie Kerne von Stein- und Kernobst so gespalten werden, dass sie weiterverarbeitet werden können. Das führt nicht nur zu hochwertigen neuen Produkten, sondern auch zu enormen Einsparungen in Sachen Lebensmittelabfall.

Der Rudolf Sallinger Fonds führte ein Interview mit Mitgründer Michael Beitl, in dem es um die Weiterentwicklungen, Ziele und Zukunft des Future Founders Challenge 2018 Gewinners ging:

 

Im vergangenen Jahr hat euer Team die Future Founders Challenge 2018 gewonnen. Wie hat sich euer Start-Up weiterentwickelt?

Michael Beitl: Seit der Future Founders Challenge 2018 ist unser Team von zwei auf fünf Mitglieder gewachsen. Wir haben außerdem beständig an unserem Produkt gearbeitet, eine Maschine entworfen und einen Prozess entwickelt, mit dem wir möglichst effizient arbeiten können.
Momentan wird unsere Produktionshalle fertiggestellt, mit der heurigen Erntesaison startend ab Mai können wir bereits mit der Weiterverarbeitung der Steinobstkerne von Marille, Pfirsich, Zwetschke und Kirsche starten.

 

Neben der Future Founders Challenge habt ihr auch zahlreiche andere Awards gewonnen, darunter auch den i2b Wettbewerb. Was macht euch so besonders?

Michael Beitl: Mit KernTec sind wir in einem Zukunftsfeld tätig, das eigentlich ein Problem in der Gesellschaft anspricht – Lebensmittel aus Abfall. Es macht uns stolz, Rohstoffe, die eigentlich als Abfall betrachtet werden, durch Forschung und Entwicklung zu hochwertigen Produkten verwandeln zu können und so zur Abfallvermeidung beizutragen.
Upcycling ist ein besonderes Geschäftsfeld, um hier zu bestehen, braucht es Ausdauer und Fantasie. Grüne Ideen werden meistens nämlich als ökonomisch nicht sonderlich nachhaltig betrachtet – mit KernTec wollen wir zeigen, dass man mit Fleiß und Energie aus jedem Nebenprodukt neue Produkte entwerfen kann. Dieser Gedanke fasziniert nicht nur uns, sondern auch die Konsumenten immer mehr.

 

Wo seht ihr eure Zielgruppe? Eher in der Naturkosmetik oder in der Lebensmittelbranche – oder in einem ganz anderen Bereich?

Michael Beitl: Wir unterteilen unsere Zielgruppe in verschiedene Stufen, die wir nacheinander bedienen wollen. Dieses Jahr sehen wir unsere Zielgruppe vor allem in der Naturkosmetik und in der Genussöl-Industrie. Sobald die Produktion auf sicheren Beinen steht, möchten wir im nächsten Jahr auch die Proteinriegel-Industrie mit unserem Produkt bedienen. Die absolute Königsdisziplin – und letzte Ausbaustufe – ist der Snackmarkt. Unser Produkt verfügt meistens bessere Inhaltsstoffe als andere Nüsse, aber für die Herstellung eines richtigen Snacks braucht es viele Ressourcen. Unsere Kernkompetenz ist das Spalten der Kerne, die Vermarktung, die es für den Snackmarkt braucht, heben wir uns noch für die Zukunft auf. Im Idealfall gelingt es uns natürlich, ein komplett eigenes Produkt für den Snackmarkt zu schaffen, wir können uns aber auch vorstellen, mit exklusiven Partnern zu arbeiten, wenn dieser Weg dem Produkt dient.

 

Denkt ihr an Expansion oder bleibt Wien fürs erste euer Markt?

Michael Beitl: Wir streben ganz klar eine Expansion an, im besten Fall sogar schon nächstes oder übernächstes Jahr.
Das Grandiose an unserer Technologie ist, dass sie relativ schnell skalierbar ist. Dieses Jahr wollen wir 500 Tonnen Kerne verarbeiten, im nächsten Jahr sollen es schon 2000 Tonnen sein. In Europa werden in vielen Ländern außerhalb Österreichs Steinobstbäume kultiviert. Dazu zählen zum Beispiel Spanien, Italien, Griechenland und Osteuropäische Länder wie Polen. Ziel ist es daher, auch in diese Länder vorzudringen und wenn möglich direkt vor Ort in Produktion zu gehen.

 

Euer Tipp für andere Studierende, die aus der Uni heraus gründen?

Michael Beitl: Wenn man von einer Sache überzeugt ist, sollte man einfach ins kalte Wasser springen und es probieren. Die meisten haben große Angst davor, zu scheitern, aber das Grandiose am Unternehmertum bzw. an Start-ups ist die einzigartige Lernkurve. Wenn man selbst gründet, muss man sich um alles kümmern – vom Einkauf über Strategie und Marketing bis hin zum Vertrieb. All diese Dinge würde man in Konzernen erst über viele Jahre lernen. Wenn man aber sein eigenes Unternehmen gründet, muss man von Anfang an auf allen Gebieten Leistung liefern – was ich die letzten 1,5 Jahre mit KernTec gelernt habe, hätte ich in einer anderen Firma erst in etlichen Jahren oder teilweise sogar nie gelernt.
Das Risiko des Scheiterns mit der Unternehmensgründung auf sich zu nehmen, ist es auf jeden Fall wert – denn selbst wenn du scheitert, lernst du für die Zukunft.

Tipp: Ein passendes und vor allem hochmotiviertes Gründerteam zusammenzustellen ist wohl einer der ausschlaggebendsten Gründe zum Unternehmenserfolg. Das Einzelunternehmen bringt selbstverständlich seine Begünstigungen mit, meiner Meinung nach bringt Teilen jedoch die größeren Vorteile: Geteiltes Leid ist halbes Leid, aber geteilter Erfolg heißt doppelte Freude.

UpNano – S&B Award Top 10 Team 2018

UpNano ist ein spezielles technologisches Verfahren zur Herstellung von Mikrostrukturen mittels 3D-Druck. Die UpNano Technologie basiert auf der Verwendung biologischer Materialien und lebendiger Zellen, die eine deutlich schnellere und präzisere 3D-Produktion von Mikroteilen ermöglichen.

Rudolf Sallinger Fonds

UpNano ist ein spezielles technologisches Verfahren zur Herstellung von Mikrostrukturen mittels 3D-Druck. Das mögliche Einsatzgebiet ist groß – es reicht beispielsweise von der biologischen Forschung über die Herstellung von Elektronik-Zubehörteilen bis hin zu Mikropartikeln, die Waren fälschungssicher machen. Die UpNano Technologie basiert auf der Verwendung biologischer Materialien und lebendiger Zellen, die eine deutlich schnellere und präzisere 3D-Produktion von Mikroteilen ermöglichen, als es bei herkömmlichen 3D-Druckverfahren der Fall ist.

Der Rudolf Sallinger Fonds führte mit Denise Mandt von UpNano ein Interview, um herauszufinden, wie sich die Geschäftsidee sei dem S&B Award 2018 weiterentwickelt hat:

 

Ihre Geschäftsidee UpNano ist vor rund einem halben Jahr beim S&B Award 2018 unter die Top 10 gewählt worden. Was hat sich seitdem unternehmerisch bei Ihnen getan?

Denise Mandt: Beim S&B Award vergangenen Jahres wurde das UpNano Projekt mit dem Spezialpreis von I.E.C.T Hermann Hauser ausgezeichnet, dessen Preis ein Ticket für die Summer School in Wattens war. Ein 6-tägiger Intensivworkshop für Unternehmertum und Führung in Zusammenarbeit mit der Universität Cambridge mit internationalen Mentoren. Krönender Abschluss war der Demo Day, bei dem die besten drei Projekte die Möglichkeit erhalten haben, ihre Idee beim Europäischen Forum Alpbach zu präsentieren. UpNano war unter diesen Projekten und ist sogar als Siegerprojekt beim EFA hervorgegangen. Dieser Sieg hat uns eine ein Ticket nach Berlin zum Finale der Falling Wall Ventures beschert, wo ich unser Unternehmen in der Kategorie Science Start-Up of the year präsentieren durfte. Aus dieser Zeit haben wir eine Menge positiver Erfahrungen, wertvolles Feedback namhafter Mentoren und viele Kontakte zu Universitäten, Firmen und Investoren mitgenommen.
Im September 2018 wurde UpNano schließlich gegründet, mittlerweile sind wir operativ tätig, haben eine erste private Investorenrunde erfolgreich abgeschlossen und eine AWS Pre-Seed Förderung einwerben können. Zudem haben wir vor kurzem ein FFG Basisprogramm eingereicht, hier warten wir noch auf das Ergebnis.
Besonders erfreulich ist, dass es bereits erste Kundenanfragen gibt und wir aller Voraussicht nach noch im ersten Halbjahr 2019 unsere erste Maschine verkaufen können.

 

Für welche Art von Produkten wurde UpNano bis dato eingesetzt und warum eignet sich UpNano gerade dafür?

Denise Mandt: Um die Entwicklung unseres Produktes zu verstehen muss man wissen, dass unser Forschungsbackground sehr biologisch ist, obwohl wir ein Spin-out der TU Wien sind. In den Forschungsprojekten haben wir mit biologischen Materialien und lebendigen Zellen gearbeitet und festgestellt, dass das Verfahren für die Verarbeitung der Zellen sehr viel schneller ablaufen muss als es bei kommerziell verfügbaren hochauflösenden 3D-Druckverfahren der Fall ist. Daher war unser Forschungsanspruch, die Durchsatzleistungen signifikant zu steigern. Durch unser patentiertes Prozessverfahren vereint die UpNano Technologie erstmals höchste Präzision mit unerreicht hohem Durchsatz.
UpNano kann in verschiedensten Bereichen eingesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel die biologische Forschung, die Herstellung von Elektronik-Zubehörteilen wie beispielsweise Isolatoren, mit hochpräzisen Toleranzanforderungen, oder Mikropartikel, die zum Beispiel eingesetzt werden können, um Waren fälschungssicher zu machen.

 

Der 3D Druck ist in den letzten Jahren sehr stark im Wachstum. Was unterscheidet Ihr Produkt vom Mitbewerb?

Denise Mandt: Der klassische 3D-Druckmarkt ist ein sehr stark wachsender. Hochauflösende Technologien, beispielsweise für Mikrobauteile, stellen bis dato noch eine Nischenanwendung da.
Die größten Unterschiede von UpNano liegen zweifelsohne in der Schnelligkeit, die wir durch einen Prozess erreichen, der bereits patentiert ist, und der Biokomptabilität unseres Drucksystems sowie der verwendeten Materialien. Mit UpNano können lebendige Zellen direkt in das Material eingemischt und verdruckt werden., wobei die Zellen natürlich den Druckprozess unbeschadet überstehen. Eine andere Möglichkeit ist Zellen auf vorgefertigten, sterilen Strukturen anzusiedeln – beides schafft in der präklinischen Forschung eine Vielzahl neuer Möglichkeiten.

 

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie sich für 2019 gesetzt?

Denise Mandt: Das größte unternehmerische Ziel ist bzw. war mit Sicherheit die Gewinnung unseres ersten Kunden. Dieser Schritt ist für uns von immenser Bedeutung, da wir damit ein Referenzgerät am Markt etablieren, das für uns vor allem im Zuge der Akquise weiterer Interessenten wichtig sein kann.
2019 fokussieren wir uns auf die Durchführung von Machbarkeitsstudien und eine enge Zusammenarbeit mit potentiellen Kunden um diesen die Möglichkeiten und das Potential der Technologie für ihr Unternehmen bzw. ihre Anwendung zu demonstrieren und wollen so eine Grundlage schaffen um im nächsten Jahr zwei bis drei weitere Maschinen verkaufen zu können.

 

Müssten Sie noch einmal eine Forschungsleistung kommerzialisieren, was würden Sie anders beziehungsweise gleich machen?

Denise Mandt: Wir würden alles wieder genauso machen. Eine riesen Erkenntnis war, dass es unheimlich wichtig ist, so schnell wie möglich mit den zuständigen Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten und von Anfang an klar zu kommunizieren, welche Ziele es gibt und bei wem Nutzungsrechte und Patente liegen. Mit UpNano ist uns das zum Glück gut gelungen.

My Future Academy – FFC Top 10 Team 2018

Immer mehr junge Menschen fühlen sich nicht gut auf die Arbeitswelt vorbereitet. My Future Academy möchte genau das ändern. Sie hilft motivierten Menschen in interaktiven Workshops dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten.

Rudolf Sallinger Fonds

Immer mehr junge Menschen fühlen sich nicht gut auf die Arbeitswelt vorbereitet. My Future Academy möchte genau das ändern. Sie hilft motivierten Menschen in interaktiven Workshops dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten. Individualität und Interaktivität sind dank zahlreicher Praxisübungen und verschiedenster Gastsprecher in jedem Workshop garantiert.

Der Rudolf Sallinger Fonds führte mit Mitgründerin Sinem Günel ein Interview, in dem es um die Weiterentwicklungen, Ziele und Zukunft des ehemaligen Top 10 Finalisten der Future Founders Challenge 2018 ging:

 

Das Start-Up My Future Academy ist vor rund einem halben Jahr unter die Top 10 der Future Founders Challenge 2018 gekommen. Was hat sich seitdem getan?

Sinem Günel: In den letzten Monaten ist unser Start-up zu einem Verein geworden, weil diese Form am besten zu den Ansprüchen der My Future Academy passt. Wir haben unsere Vision auch nochmal geschärft, was dazu geführt hat, dass sich unser Team wieder ein wenig verkleinert hat.
Während der Future Founders Challenge haben wir uns vor allem an Schülern, aber auch Studierenden orientiert. Mittlerweile sind wir aber auch offener, was unsere Zielgruppe betrifft, um herauszufinden, wer den größten Benefit von einer Teilnahme bei My Future Academy hat.

 

Wie habt ihr euer Angebot seit dem Launch weiterentwickelt und warum?

Sinem Günel: Der Inhalt der My Future Academy ist grundsätzlich gleich geblieben. Was sich aber verändert hat, ist die Qualität der Workshops. Wir haben mittlerweile viel Erfahrung gesammelt und die Qualität deutlich gesteigert. Dank größerer Projekte haben wir extrem viel dazugelernt, was es bei einer Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern zu beachten gilt. Die wichtigsten Learnings waren mit Sicherheit, dass alles viel länger dauert, als man denkt und dass man von Anfang an ganz klar und strukturiert arbeiten muss. Unsere Workshops sollen für Teilnehmer weiterhin kostenlos bleiben, wir haben daher auch gelernt, Klarheit darüber zu schaffen, was unsere Kooperationspartner für den Erfolg der Workshops tun können – gerade sie sind es nämlich, die über für die Workshops wichtige Ressourcen verfügen.

 

Ihr habt bereits über die „Hands on Challenges“ gesprochen, die in eure Workshops eine wichtige Rolle spielen. Wie sehen diese Challenges aus und warum sind diese so zentral?

Sinem Günel: Unsere „Hands on Challenges“ binden die Teilnehmer aktiv in unsere Workshops ein. Reine Vorträge tragen nicht viel zum Lernen bei – das sehen wir in unseren Workshops und hören es auch immer wieder als Feedback. Wir wollen daher, dass unsere Teilnehmer ein aktiver Teil jedes Workshops sind. Wir liefern kurze theoretische Inputs zu einem bestimmten Thema, im Anschluss wird dieses Wissen dann praktisch umgesetzt.
Eine beliebte Challenge ist die „Marshmallow Challenge“. Dabei müssen die Teilnehmer im Team aus verschiedenen Materialien wie Spaghetti, einer Schnur und Krepp-Band einen Turm bauen, an dessen Spitze ein Marshmallow sitzt. Das Team mit dem höchsten freistehenden Turm gewinnt die Challenge. Bei dieser Challenge geht es viel um die Dynamiken des Teams – wie hat das Team zusammengearbeitet, wie wurden Entscheidungen getroffen etc.
Eine andere Challenge betrifft das Zeitmanagement. Die Teilnehmer erhalten von uns einen A4 Zettel mit 168 Kästchen, die für alle Stunden einer Woche stehen. Dann malen die Teilnehmer jene Kästchen aus, die sie bewusst für verschiedenste Dinge verwenden – dazu zählen unter anderem Arbeit, Schlafen und Essen. Bei jedem Teilnehmer bleiben einige Kästchen weiß – das sind jene Stunden, die sehr oft auf die Handynutzung entfallen. Diese Challenge führt also vor Augen, wie viel Zeit wir „unnötig“ verschwenden und wie viel effizienter wir mit dem richtigen Zeitmanagement sein könnten.
Egal, um welche Challenges es sich handelt – das Schöne ist, dass die Teilnehmer immer voneinander profitieren können.

 

In welcher Zielgruppe kommt die My Future Academy am besten an?

Sinem Günel: Im Kern unserer Zielgruppe sind sicherlich Studenten. Wir haben aber auch viele bereits Berufstätige, die unsere Workshops besuchen. Die am schwierigsten zu erreichende Zielgruppe sind Schüler – wenn sie aber einmal bei uns waren, sind sie genauso begeisterungsfähig wie alle anderen. Der bunte Mix der Gruppen macht jeden Workshop für uns so besonders.

 

Welches Feedback geben euch die TeilnehmerInnen der Workshops?

Sinem Günel: Wir erhalten durchwegs positives Feedback nach unseren Workshops. Die Teilnehmer schätzen, dass unsere Workshops interaktiv sind. Viele wollen am Ende eines Workshops schon wissen, wann der nächste stattfindet.
My Future Academy bietet den nötigen Rahmen, damit unterschiedlichste Menschen voneinander lernen können. Die Teilnehmer verlassen unsere Workshops also nicht nur mit neuem Wissen, sondern auch mit dem guten Gefühl, anderen mit ihrem Wissen geholfen und etwas zu einem großen Ganzen beigetragen zu haben.

 

Was habt ihr euch für 2019 vorgenommen?
Sinem Günel: Wir möchten in diesem Jahr noch viele weitere Workshops anbieten, um unsere Zielgruppe näher kennenzulernen und herauszufinden, was genau die Teilnehmer unserer Workshops möchten, brauchen und erwarten.
Parallel dazu planen wir, größere Programme vorzubereiten, innerhalb derer wir eine Gruppe von Menschen auf regelmäßiger Basis treffen, um immer wieder und intensiv gemeinsam an bestimmten Themen zu arbeiten.

TriboTools – S&B Award Top 10 Team 2018

Tribo Tools kann die Gefahr von Holzfeinstaub bereits während seiner Entstehung eindämmen und somit die Belastung für Personen, die mit Holz arbeiten, verringern. Vor allem Heimwerker und KMU, bei denen hocheffiziente Absaugvorrichtungen oft fehlen, können von dieser Entwicklung profitieren.

Rudolf Sallinger Fonds

TriboTools kann die Gefahr von Holzfeinstaub bereits während seiner Entstehung eindämmen und somit die Belastung für Personen, die mit Holz arbeiten, verringern. Vor allem Heimwerker und KMU, bei denen hocheffiziente Absaugvorrichtungen oft fehlen, können von dieser Entwicklung profitieren. Als erster Prototyp wurde ein beschichtetes Sägeblatt entwickelt, das eine geringere Staubwolkenbildung und eine damit einhergehende reduzierte Holzfeinstaubbelastung ermöglicht.

Der Rudolf Sallinger Fonds führte mit dem Team rund um TriboTools ein Interview, um herauszufinden, wie sich die Geschäftsidee sei dem S&B Award 2018 weiterentwickelt hat:

 

Ihre Geschäftsidee ist vor rund einem halben Jahr unter die Top 10 des S&B Awards 2018 gekommen. Wie hat sich TriboTools seitdem weiterentwickelt?

Team TriboTools: Wir haben seit der Einreichung unserer Idee beim S&B Award ein Forschungsbudget in der Höhe von EUR 400.000 lukrieren können, was die weitere Forschungszusammenarbeit zwischen der Universität für Bodenkultur, der Kompetenzzentrum Holz GmbH sowie zweier Unternehmen auf sichere Beine stellt. Die Patentierung der Idee wird nach Vorliegen weiterer Ergebnisse zusammen mit Firmenpartnern durchgeführt werden. In den vergangenen Monaten konnten wir mit Unterstützung eines Firmenpartners unser „TriboTools-Technikum“ ausbauen. Prototyp-Werkzeuge mit dem TriboTools Prinzip wurden inzwischen hergestellt und erfolgreich getestet.

 

Wie funktioniert TriboTools?

Team TriboTools: TriboTools kann die Gefahr von Holzfeinstaub eindämmen und zwar nicht erst nach der Entstehung, sondern bereits zuvor. Gezielt positiv und negativ geladene Teilchen ziehen einander an und werden dadurch zu gröberem Staub, der nicht mehr so leicht in die Lunge eindringen kann und sich im Raum besser absaugen lässt. Auf die Idee gebracht hat uns ein Gespräch mit einem Experten der Allgemeinen Unfallversicherung, der derzeitige Problemlösungen bemängelt hat. Mit TriboTools wird es möglich sein, bereits im Vorfeld etwas in Richtung Reduktion zu tun und nicht erst nach der Entstehung der Belastung. So können wir z.B. Sägeblätter so verändern, dass es einer geringeren Staubwolkenbildung und somit zu einer reduzierten Holzfeinstaubbelastung kommt.

 

Sind Sie bereits über die Testphase bzw. einen Prototyp hinaus? Was waren in der Testphase ihre größten Learings?

Team TriboTools: Wir haben zwar noch kein marktreifes Produkt, aber einen Prototyp, der für viele Industriepartner interessant sein wird. Der Prototyp ist ein konventionelles, minimal verändertes Sägeblatt, das ganz normal in eine Maschine eingespannt wird.
Der Vorteil von TriboTools ist es, dass keine Modifikationen an den Geräten selbst vorgenommen werden müssen. Herkömmliche Sägeblätter können ganz einfach durch die neuartigen TriboTools ausgetauscht werden. Einbußen bei der Schnittqualität gibt es dabei nicht.
In den letzten Monaten haben wir jedenfalls auch die selbst entwickelte Messanlage stark weiterentwickelt, mit der die positiven Effekte von TriboTools gemessen werden können. Ziel muss es sein, diese Effekte noch besser quantifizierbar zu machen und die Ergebnisse zu schärfen.

 

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie sich für 2019 gesteckt?

Team TriboTools: Wir sind ein Team aus vier Wissenschaftlern. Die Idee der Gründung eines Startups oder dergleichen ist bei uns momentan zweitranging, im Vordergrund steht die hieb- und stichfeste Untermauerung unserer Forschungsergebnisse. Für dieses Jahr wäre es daher zu früh von richtigen unternehmerischen Zielen zu sprechen. Aus technisch-wissenschaftlicher Sicht möchten wir dieses Jahr ein Produkt schaffen, das Marktfähigkeit besitzt und auch unsere Partner aus Werkzeugherstellung und -vertrieb zufrieden stellt.

 

Welche Zielgruppe hat sich für TriboTools etabliert? Sind es eher individuelle HeimwerkerInnen oder Holzindustrien?

Team TriboTools: Die Hauptzielgruppe von TriboTools sehen wir vor allem im Heimwerkerbereich, wo Filterungsanlagen für Holzfeinstaub besonders ineffizient sind. Auch Tischlereien, KMU und andere Kleinbetriebe befinden sich im engeren Kreis der Zielgruppe, da auch bei ihnen hocheffiziente Absaugevorrichtungen oftmals nicht vorhanden sind. Wirkliche Großbetriebe haben zwar meistens effiziente Absaugsysteme, stecken aber viel Energie und Geld in diese Systeme – auch sie können also von TriboTools profitieren.
Am Markt für Luft-Filtersysteme gilt: je besser, desto teurer. Mit wenig Geld kann man kaum gute Filtersysteme für Holzfeinstaub kaufen. Unser Ansatz ist aber: Geld darf der Gesundheit zuliebe keine derart große Rolle spielen. TriboTools ist daher kein hochspezifisch teures Gerät, sondern eine einfache Lösung für jedermann mit einem im Gerät inkludierten Gesundheits-Effekt.

skillXchange – FFC Top 10 Team 2018

skillXchange ist eine App samt Plattform für den Austausch von Fähigkeiten. Sie richtet sich vor allem an Studierende und junge Erwachsene, die neugierig sind, gerne Neues lernen und eine Affinität für soziale Netzwerke aufweisen.

Rudolf Sallinger Fonds

Lisa Schoklitsch, Theresa Stingeder

 

skillXchange ist eine App samt Plattform für den Austausch von Fähigkeiten. Sie richtet sich vor allem an Studierende und junge Erwachsene, die neugierig sind, gerne Neues lernen und eine Affinität für soziale Netzwerke aufweisen. User können ihre Fähigkeiten präsentieren, sie anderen beibringen und selbst neue Fähigkeiten erlernen. Im Fokus stehen Spaß, Neugierde, neue Kontakte, Freundschaften und die Möglichkeit, neue Fähigkeiten ohne Druck, Hierarchie und Kosten zu erwerben.

Der Rudolf Sallinger Fonds führte mit Mitgründerin Lisa Schoklitsch ein Interview, in dem es um die Weiterentwicklungen, Ziele und Zukunft des ehemaligen Top 10 Finalisten der Future Founders Challenge 2018 ging:

 

Ihr habt eurer Start-Up skillXchange letztes Jahr bei der Future Founders Challenge 2018 vorgestellt und seid mir eurer Idee unter die Top 10 gekommen. Wie hat sich eure Geschäftsidee weiterentwickelt?

Lisa Schoklitsch: Direkt nach der Future Founders Challenge ist ein Programmierer zu uns ins Team gestoßen. In den letzten Monaten wurde die App nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich laufend weiterentwickelt, ein erster Prototyp wird bald fertig sein.
Ursprünglich sollte die App „nur“ eine Austauschplattform für Fähigkeiten sein, wir wollen aber auch einen Verleihservice inkludieren. Das heißt für uns, dass wir in weiterer Folge Kooperationen mit verschiedensten Firmen anstreben, die Dinge wie beispielsweise Snowboards oder Gitarren verleihen. Außerdem sind Kooperationen mit Cafés geplant, die ideale Orte für den Fähigkeitenaustausch sein können. Wir wollen unseren Usern damit ein Rundum-Erlebnis bieten, von dem alle profitieren.
In weiterer Zukunft können wir uns auch vorstellen, die App als eine Art Jobplattform zu etablieren. Unternehmen suchen nach Personen mit bestimmten Fähigkeiten – auf unserer Plattform werden sie schnell fündig.

 

Welche Zielgruppe möchtet ihr mit skillXchange ansprechen?

Lisa Schoklitsch: skillXchange richtet sich vor allem an Studierende und junge Erwachsene, die einen flexiblen Alltag haben und Zeit, Neugierde und Affinität für soziale Netzwerke mitbringen. All jene, die auf der Suche nach einem Job sind und ihre Fähigkeiten dafür einsetzen wollen, sind natürlich genauso willkommen und gefragt. Im Fokus unserer App stehen die Fähigkeiten der User, Spaß, Neugierde, neue Kontakte und Freundschaften und die Aneignung neuer Fähigkeiten ohne Druck, Hierarchie und Kosten.

 

Ist eure App schon am Markt oder müsst ihr noch ein bisschen am Prototypen feilen?

Lisa Schoklitsch: Unsere App ist noch nicht am Markt, wir haben mittlerweile einen Prototyp, der gerade mit einer Testgruppe vorgetestet wird. Im März waren wir unter anderem bei der EdTech Goes London, einer zweiwöchigen Veranstaltung mit Fokus auf Entwicklung strategischer Marketingideen und eines Sales Growth Plans – das sind definitiv zwei Dinge, an denen wir noch intensiv arbeiten müssen. Ziel ist es, App samt strategischer Planung noch im Sommer 2019 abzuschließen und skillXchange auf den Markt zu bringen.

 

Wie finanziert sieht euer Geschäftsmodell aus?

Lisa Schoklitsch: Zurzeit ist skillXchange komplett selbstfinanziert und der Weg zu einer rentablen App, von der auch die User profitieren, kann lange sein. Wir werden daher weiterhin um Förderungen ansuchen, sobald wir eine große Userbase aufgebaut haben, möchten wir aber auch Investoren an Bord holen, um die App immer weiter ausbauen zu können. Sollten sich keine Investoren finden, können wir uns auch vorstellen, skillXchange über Crowdfunding zu finanzieren – dass diese Art des Fähigkeitenaustauschs Menschen interessiert, hat sich aufgrund zahlreicher positiver Rückmeldungen schon gezeigt.

 

Was sind eure unternehmerischen Ziele für das Jahr 2019?

Lisa Schoklitsch: Ganz großes Ziel für 2019 ist der Markteintritt. In diesem Jahr werden wir den Prototyp sicherlich weiterhin optimieren, um schon erste Kooperationspartner zu finden. Die braucht es für ein langes Bestehen am Markt unbedingt, da skillXChange für den User komplett gratis sein soll. Unsere große Aufgabe wird es daher sein, eine win-win-win-Situation zu schaffen, in der alle profitieren – User, Partner und Gründer.

 

Habt ihr auch schon weitere Pläne für 2020?

Lisa Schoklitsch: Im vergangenen Jahr haben wir beim Leobener Logistik Sommer den Young Innovators Award gewonnen, der uns vor allem auch viele gute Kontakte zu potenziellen Investoren beschert hat.
Für Ende 2019 planen wir ein Eventformat für skillXchange. Wir wollen live ausprobieren, was sonst eigentlich in der App passiert. Das heißt im Klartext: Interessierte können sich im Vorfeld zum Event anmelden, geben ihre Fähigkeiten bekannt und nehmen alles mit, was sie zur Ausübung dieser Fähigkeit vor Ort benötigen. Verschiedenste Utensilien werden auch durch Sponsoren von uns vor Ort zur Verfügung gestellt. Wir bringen die Menschen dann in einem Format à la Speed Dating zusammen und geben ihnen die Möglichkeit, einander kennenzulernen und sich auszutauschen.

UriSalt – S&B Award Top 10 Team 2018

UriSalt entwickelt nicht-invasive Urintests für die Bestimmung essenzieller Elektrolyte (Natrium, Calcium, Magnesium und Kalium) im menschlichen Körper. Alle Tests bestehen aus Einmal-Teststreifen und einem Handmessgerät, mit dem jeder Patient zu Hause und in Sekundenschnelle den Gehalt lebensnotwendiger Elektrolyte bestimmen kann.

Rudolf Sallinger Fonds

v.l.n.r.: Dr. Gerda Fuhrmann (CTO), Dr. Pinar Kilickiran (CEO), Priv.Doz. Dr, Med. Peter Heinz-Erian (CMO), Birgit Danner M.Sc. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Physikerin)

 

UriSalt entwickelt nicht-invasive Urintests für die Bestimmung essenzieller Elektrolyte (Natrium, Calcium, Magnesium und Kalium) im menschlichen Körper. Alle Tests bestehen aus Einmal-Teststreifen und einem Handmessgerät, mit dem jeder Patient zu Hause und in Sekundenschnelle den Gehalt lebensnotwendiger Elektrolyte bestimmen kann. Das erste Produkt aus dieser Reihe ist SODISENS, ein Test zur Bestimmung des Natrium-Gehalts im Urin. Mittels App wird eine Verbindung zum medizinischen Fachpersonal hergestellt, wodurch bei Unregelmäßigkeiten im Natrium-Haushalt von Risiko-Patienten rasch reagiert werden kann.

Der Rudolf Sallinger Fonds führte mit Gerda Fuhrmann von UriSalt ein Interview, um herauszufinden, wie sich die Geschäftsidee sei dem S&B Award 2018 weiterentwickelt hat:

 

Vor rund einem halben Jahr wurde Ihr Team beim S&B Award 2018 unter die Top 10 gewählt. Wie ist mit UriSalt seither weitergegangen?

Gerda Fuhrmann: Seit dem S&B Award hat sich sehr viel in der Entwicklung von UriSalt getan. Mit der aws PreSeed haben wir unser eigenes Labor eingerichtet, das Team erweitert und Ende letzten Jahres eine Projektförderung aus dem FFG-Basisprogramm erhalten. Diese Förderungen stellen unsere weitere Forschung und die Produktentwicklung für die nächsten beiden Jahre auf finanziell stabile Beine und erlauben uns, weitere Mitarbeiter und Materialien für die Forschung zu finanzieren.
Wir arbeiten gerade an unserer ersten Validierungsstudie, in naher Zukunft können wir den nächsten Schritt in Richtung Zertifizierung von UriSalt starten. Bis Ende 2019 wollen wir die Entwicklungen für SODISENS, den Test für die Bestimmung des Natrium-Gehalts im Urin, soweit abgeschlossen haben, dass wir Anfang 2020 damit auf den Markt gehen können.
In der Zwischenzeit haben wir für UriSalt außerdem auch weitere Preise erhalten, darunter den Österreichischen GründerInnenpreis Phönix in der Kategorie Frauen und den Tiroler Jungunternehmerpreis.

 

Wie funktionieren UriSalt Tests? Ist Ihr Produkt SODISENS bereits am Markt erhältlich?

Gerda Fuhrmann: UriSalt entwickelt nicht-invasive Urintests für die Bestimmung essenzieller Elektrolyte im Körper, dazu zählen Natrium, Calcium, Magnesium und Kalium. Jeder diese Tests besteht aus einem Elektrolyt-spezifischer Einmal-Teststreifen und einem Handmessgerät. Die Messung ist sehr einfach durchzuführen, sodass die Patienten ganz einfach und bequem von zu Hause aus in Sekundenschnelle den Status wichtiger Elektrolyte im Körper überprüfen können. Zur Messung wird der Teststreifen einfach in den Urin eingetaucht, das Ergebnis wird anschließend vom Handmessgerät analysiert uns sofort angezeigt.
SODISENS ist das erste Produkt von UriSalt, das den Natrium-Gehalt im Körper mittels eines Urinteststreifens misst. Natrium ist eines der wichtigsten Elektrolyte, das lebenswichtige Funktionen wie den Wasserhaushalt im Körper reguliert und bei Patienten mit gestörtem Natriumhaushalt häufiger als derzeit möglich überprüft werden muss.

 

Haben Sie weitere Point of Care Tests (POCT) für andere Elektrolyte in Planung?

Gerda Fuhrmann: Wir möchten für die weiteren essenziellen Elektrolyte Calcium, Magnesium und Kalium ebenfalls einen Test entwerfen, der genauso funktioniert wie SODISENS. Die Förderung, die wir aus dem FFG-Basisprogramm erhalten haben, kann die dafür nötige Forschungs- und Entwicklungsarbeit abdecken.

 

Wie hat sich Ihr Markt entwickelt? Worin sehen Sie die großen Vorteile Ihres Produkts im Vergleich zum Mitbewerb?

Gerda Fuhrmann: Der Markt hat in den vergangenen Jahren einen großen Schritt in Richtung personalisierte Medizin gemacht, mitverantwortlich war hierfür sicherlich die Digitalisierung. UriSalt reiht sich mit seinen Produkten in dieser Entwicklung optimal ein.
Normalerweise wird der Elektrolythaushalt aus einem Blutbild ermittelt, Patienten können ihn nicht selbst von zu Hause aus bestimmen. Die betroffenen Patienten müssen ein Arzt konsultieren, wo ihnen Blut abgenommen wird, welches dann in einem Labor analysiert wird. Bis man ein Testergebnis erhält, kann es einige Tage dauern. Mit UriSalt’s POCT hat man innerhalb weniger Minuten ein zuverlässiges Testergebnis.
Menschen mit einem Mangel an Natrium leiden häufig unter chronischen Krankheiten wie z.B. cystischer Fibrose oder schweren Durchfallerkrankungen und müssten zur richtigen Einstellung des Elektrolythaushalts regelmäßig zur Überprüfung zum Arzt. Vielen ist ein mehrmaliger Arztbesuch in der Woche aber nicht möglich. SODISENS von UriSalt kann hier Abhilfe verschaffen. Der große Vorteil von SODISENS ist, dass hier nicht nur der Natrium-Gehalt allein, sondern das Verhältnis von Natrium und Kreatinin im Urin gemessen wird. Das ist deshalb besonders wichtig, weil der Kreatinin-Wert eine Referenz dafür ist, wie viel Flüssigkeit jemand zu sich genommen oder verloren hat. Über das Konzentrationsverhältnis von Natrium zu Kreatinin im Urin kann man dadurch den Natrium-Gehalt im gesamten Körper bestimmen. Mit Bluttests allein können solche sogenannten versteckten Formen von Natriummangel, wenn z.B. der Patient gleichzeitig Elektrolyt und Flüssigkeit verliert, oft nicht identifiziert werden. Wird das nicht zeitgerecht erkannt, können schwerwiegende gesundheitliche Schäden die Folge sein.
Wir sehen unser Produkt aber nicht als Konkurrenz zu bestehenden Systemen, die im Zusammenhang der vielen Parameter stets wertvolle Informationen liefern, sondern viel mehr als Ergänzung in Richtung personalisierte Medizin. Komplettiert werden soll dieser Ansatz in Zukunft durch die Entwicklung einer App, die Patienten mit dem behandelnden medizinischen Personal verbindet und Betroffene dauerhaft begleiten kann.

 

Für welche Menschen eignet sich der UriSalt Test?

Gerda Fuhrmann: Unser derzeitiger Fokus liegt ganz klar auf Menschen mit hohem medizinischem Bedarf. Das sind Personen, die beispielsweise aufgrund chronischer Krankheiten an einem Mangel an essenziellen Elektrolyten leiden. Im Fall von Natrium reden wir hier z.B. von der weltweit sehr großen Gruppe von Bluthochdruckpatienten oder cystischer Fibrose.
Ebenso interessante Zielgruppen sind aber auch Sportler, die aufgrund ihrer sportlichen Tätigkeit ständig von Störungen ihres Elektrolythaushalt betroffen sind und regelmäßig diesen anpassen sollten. Diese Zielgruppe könnten wir in Zukunft mit einem strategischen Partner bedienen, Gespräche hierzu laufen bereits.

MobiDic – FFC Top 10 Team 2018

Verschiedene Berufssparten sind zur Dokumentation ihrer Arbeit verpflichtet. Vorhandene Lösungen bieten oftmals aber nur suboptimale Unterstützung. MobiDic ist eine Gesamtlösung für diese Bereiche, die permanenten Zugriff zu relevanten Daten ermöglicht.

Rudolf Sallinger Fonds

Berufssparten wie Logistik, Psychotherapie, Pflege und Versicherungswesen sind zur Dokumentation ihrer Arbeit verpflichtet. Vorhandene Lösungen bieten oftmals aber nur suboptimale Unterstützung. MobiDic ist eine Gesamtlösung für diese Bereiche, die permanenten Zugriff zu relevanten Daten ermöglicht – unabhängig vom Endgerät, aber immer unter Einhaltung des Datenschutzes.

Der Rudolf Sallinger Fonds führte ein Interview mit Mitgründerin Lena Zach, in dem es um die Weiterentwicklungen, Ziele und Zukunft der ehemaligen Top 10 Finalisten der Future Founders Challenge 2018 ging:

 

Vor rund einem halben Jahr ist euer Team unter die Top 10 der Future Founders Challenge 2018 gekommen. Wie hat sich eure Geschäftsidee seitdem weiterentwickelt?

Lena Zach: In den letzten Monaten haben wir vor allem den möglichen Einsatzbereich unserer App stark weiterentwickelt. Ursprünglich war die App ausschließlich für den Einsatz im Sozialbereich gedacht, mittlerweile hat sich die Zielgruppe aber stark erweitert. Sämtliche Bereiche und Sektoren, die zur Dokumentation ihrer Arbeit verpflichtet sind, eignen sich bestens für den Einsatz von MobiDic. Dazu zählen zum Beispiel Logistik, Psychologie, Psychotherapie und Versicherungswesen. Zurzeit sind wir in Gesprächen mit Interessenten aus den verschiedensten Bereichen, um ganz genau herauszufinden, was sie brauchen und von einer Anwendung erwarten würden.
Eine klassische Voice to Text Technologie gibt es ja bereits, wir bieten mit MobiDic aber ein echtes Gesamtkonzept an, das mehr kann als nur Gesagtes niederzuschreiben.

 

Wie habt ihr euren Prototypen entwickelt und wie habt ihr dabei die Zielgruppe eingebunden?

Lena Zach: Der erste Prototyp ist im Zuge eines Uniprojektes an der FH Salzburg entstanden, bei dem Studenten aus verschiedensten Studiengängen bunt zusammengewürfelt wurden. Wir haben gemeinsam versucht, Problemstellungen und dazu passende Lösungen zu entwickeln.
Studierende aus dem berufsbegleitenden Studiengang Soziale Arbeit haben Situationen aus ihrem Berufsleben geschildert und davon erzählt, an welchen Ecken und Enden es besonders hapert. Gemeinsam haben wir uns auf den Bereich der Dokumentation konzentriert, weil er bis dato in der Praxis nur suboptimal umgesetzt wird. Unser entwickelter Lösungsansatz sollte derzeit bestehende Lücken schließen – so wurde die Idee von MobiDic geboren und unser Team zusammengestellt.

 

Was sind die nächsten Schritte für 2019?

Lena Zach: 2019 werden wir unsere App von der Pieke an neu programmieren, um erste bekannte Fehlerquellen auszumerzen, das Grundgerüst dafür steht schon. Jetzt geht es darum im Rahmen eines Use-Cases auszuloten, wie die Gesamtanwendung am besten funktioniert.
Unsere Anwendung soll keine reine App bleiben, sondern eine richtige Gesamtlösung sein und dafür um eine Funktion erweitert werden, mit Hilfe derer ich jederzeit auf alle relevanten Daten zugreifen kann. Im Bereich der Sozialen Arbeit oder Psychotherapie sind das natürlich sehr sensible Daten, die dementsprechend geschützt werden müssen. Wir haben zum Glück eine tolle Partnerfirma gefunden, die uns im Bereich Datenschutz optimal unterstützt. Funktionieren soll MobiDic sowohl auf Android als auch iOS.

 

Wie hat sich euer Angebot dadurch weiterentwickelt?

Lena Zach: MobiDic wird wie beschrieben keine reine App, sondern eine App-gestützte Gesamtlösung sein. Bis dato gibt es im Bereich der Sozialen Arbeit zum Beispiel nur eine lokale Datenbank, in der relevante Informationen über Klienten vermerkt sind und abgelegt werden. Wenn sich die Tages-Dokumentation nur auf der App befinden würde, wäre das vermutlich unterstützend, aber nicht sonderlich praktikabel. Aufgrund dieser Überlegungen haben wir MobiDic in Richtung Gesamtlösung weiterentwickelt, die jederzeit alle benötigten Informationen bereitstellt – egal, von welchem Endgerät aus, aber immer unter Einhaltung des Datenschutzes.

 

Was sind eurer Meinung nach die wichtigsten Schritte, um eine App zu entwickeln und erfolgreich auf den Markt zu bringen?

Lena Zach: Das Allerwichtigste ist, dass eine Anwendung neben der einwandfreien Programmierung auch tatsächlich anwendbar sein. Das klingt logisch und sagt sich leicht, ist aber gar nicht so einfach. Man muss immer davon ausgehen, dass Menschen mit der Anwendung konfrontiert sind, die bei Weitem nicht so viel Hintergrundwissen besitzen wie all jene, die das Konzept gemeinsam durchdacht haben. Die Idee kann also noch so gut und nützlich sein – eine Anwendung muss aber auch einen guten Usecase und gute Usability aufweisen und daher möglichst einfach, problemlos und intuitiv bedienbar sein.