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NovoArc – brutkasten Sonderpreis S&B Award 2020

Spritzen adé

In der Medizin müssen viele Wirkstoffe über Spritzen verabreicht werden, da sie bei oraler Einnahme im Magen zersetzt und im Darm nur teilweise vom Körper aufgenommen werden. NovoArc hat eine Technologie entwickelt, mit der viele Spritzen durch Tabletten ersetzt werden können. Der Vorteil: die Wirkstoffe müssen nicht mehr gekühlt gelagert werden und können ihre Wirkung viel besser entfalten. Reges Interesse aus Pharmazie und Industrie zeigt, dass diese Technologie mehr als zukunftsträchtig ist.

 

Rudolf Sallinger Fonds: Beim letzten S&B Award hat NovoArc den brutkasten Sonderpreis gewonnen. Was habt ihr mit dem Gewinn – einem Mediavolumen im Wert von 5.000 Euro – gemacht und was hat euch das gebracht?

David Wurm: Vorweg muss ich sagen, dass uns der S&B Award viel Publicity gebracht hat und wir die Chance medial sehr gut genutzt haben. Durch den S&B Award und den Gewinn des brutkasten Sonderpreises sind wir mit potentiellen Investoren und Kunden ins Gespräch gekommen, auch fürs Team war das eine schöne Erfahrung. Wir haben alle live mitgefiebert und unser Netzwerk mobilisiert, was uns am Ende des Tages auch genug Stimmen für den Gewinn des Sonderpreises eingebracht hat. 

Wir hatten ursprünglich geplant, den Sonderpreis für Fundraising einzusetzen und einen Artikel auf der Website des brutkasten zu schalten. Wir sind mit unseren Investoren aber bald schon in tiefere Verhandlungen gekommen und haben ein wichtiges Investment dann relativ schnell abgeschlossen. Den brutkasten Sonderpreis haben wir daher noch gar nicht eingelöst. Mittlerweile gibt es aber ein paar tolle neue Ergebnisse, die wir mit der Welt teilen möchten – vielleicht können wir das Mediavolumen also dafür gut nutzen.

 

Was hat sich seit eurer Teilnahme am S&B Award 2020 getan?

Wir konnten in der Zwischenzeit das FFG Spin-off Fellowship erfolgreich abschließen und unser Produkt für den Markt vorbereiten.

Am Anfang von Corona hatten wir ein paar Probleme – unser Labor war zugesperrt und wir mussten im Home Office arbeiten. Diese Zeit haben wir aber genutzt, um an unserer Strategie weiterzuarbeiten und die Planung voranzutreiben.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir auch schon mit ersten potentiellen Kunden in Kontakt und haben auch aus der wissenschaftlichen Community viel positives Feedback erhalten.
Wir haben uns dann dazu entschlossen die Firma NovoArc GmbH zu gründen und unsere Technologie auf den Markt zu bringen. Gleich nach Firmengründung im Oktober 2021 konnten wir erste zahlende Kunden für uns gewinnen und Ende des Jahres ist auch ein großer Investor eingestiegen. Nach zahlreichen Gesprächen haben wir uns letztendlich für ein Wiener Family-Office entschieden, mit dem die Zusammenarbeit sehr gut läuft.

 Auch im Team hat sich einiges getan. Zurzeit sind wir sechs Vollzeit-Mitarbeiter, dieses Jahr sollen noch zwei bis drei weitere dazu kommen. Wir merken, dass großes Interesse an unserer Technologie seitens der Industrie besteht – man kann also sagen, wir sind gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

 

Kurz zusammengefasst: Worin liegt der Vorteil der NovoArc Technologie?

Unsere Technologie besteht darin, gewisse Spritzen durch Tabletten zu ersetzen. Dafür verkapseln wir Wirkstoffe in eine spezielle biologische Hülle, sogenannte Liposome aus Lipiden, die die Wirkstoffe im Magen schützt und dafür sorgt, dass diese im Darm gut aufgenommen werden.

Unsere Technologie bietet drei Hauptvorteile:

1. Der Wirkstoff des Medikaments wird im Magen nicht zerstört.

2. Die Aufnahme von Wirkstoffen wird verbessert: Wirkstoffe, die es durch den Magen schaffen, werden oft ausgeschieden, ohne effizient aufgenommen zu werden. Unsere Liposome bleiben an der Darmwand kleben und geben dort ihren Wirkstoff ab, was zu einer verbesserten Aufnahme führt.

3. Die Verkapselung dient als Schutzhülle bei der Lagerung von Wirkstoffen. Dadurch müssen keine aufwändigen Kühlketten eingehalten werden, Wirkstoffe können stattdessen sehr einfach bei Raumtemperatur gelagert werden. Das ist insbesondere in entlegenen oder Krisengebieten von Vorteil.

 

Wie hat sich eure Technologie und die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie seit dem S&B Award 2020 weiterentwickelt?

Wir haben unser Business Model seither ein wenig adaptiert. Zunächst starten wir mit bezahlten Proof-of-concept Studien, bei denen wir Wirkstoffe von Kunden in unsere Hülle verpacken und danach Eigenschaften wie Verpackungseffizienz, Stabilität, Aufnahme und andere testen. Wenn dieser Schritt erfolgreich abgeschlossen ist, optimieren wir den Prozess in Proof-of-process Studien. Anschließend verkaufen wir unsere Lipide an die Kunden für klinische Studien und schließlich für die Produkte am Markt. Langfristig möchten wir uns auf unsere Kernkompetenz konzentrieren: die Produktion von Speziallipiden und deren Vertrieb. Zunächst möchten wir aber einige schöne Use Cases schaffen, um Kunden von unserer Technologie zu überzeugen.

In den vergangenen Monaten haben wir uns aber auch zusätzlich zum pharmazeutischen Bereich auf einen ganz anderen Markt konzentriert: Die grüne Wasserstoffproduktion. Derzeit wird der Großteil des Wasserstoffs am Markt durch Elektrolyse mit Strom aus fossilem Brennstoff produziert. Wir streben einen biologischen und nachhaltigen Ansatz an. Wir möchten Stoffe aus Algen nutzen um – ähnlich wie bei der Photosynthese aus Licht und Wasser – Wasserstoff und Sauerstoff zu produzieren und dabei auch noch Energie zu gewinnen. Die dafür notwendigen Stoffe aus der Alge – das sogenannt Photosystem – braucht aber eine stabilisierende Membran, damit Wasserstoff produziert werden kann und genau hier kommt unsere biologische Hülle aus Lipiden zum Einsatz und soll diese Technologie ermöglichen.

 

Inwieweit hat die Corona-Krise euer Geschäftsfeld und/oder -modell verändert?

Anfangs war Corona auch für uns ein Rückschlag. Wir sind in unserer Arbeit auf unser Labor und auf die Durchführung von Experimenten angewiesen, die Umstellung auf Home Office war daher nicht einfach. Nach den Öffnungsschritten konnten wir den Rückstand aber wieder ganz gut aufholen, weil sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten ergeben haben. 

Wir haben uns zum Beispiel stark auf die Verabreichung von mRNA konzentriert, wo es ein großes Interesse aus der Industrie gibt. Unser Ziel ist es, die Aufnahme bestehender mRNA-Impfungen im Körper zu verbessern. Aktuell schauen wir uns außerdem an, ob diese Impfungen auch auf Schluckimpfungen umgestellt werden können. Diese Technologie ist nicht nur für Corona Impfstoffe wichtig, sondern generell eine große Chance für uns, etwas am Markt der Pharmazeutika zu bewegen.

 

Was sind die größten Herausforderungen bei der Weiterentwicklung von NovoArc?

Eine Herausforderung ist mit Sicherheit das Wachstum innerhalb der Firma. Angefangen haben wir mit zwei Angestellten, Ende dieses Jahres sollen es sechs bis sieben sein. Das muss alles gut strukturiert und unter einen Hut gebracht werden. Ich sehe das aber als spannende Aufgabe, die essenziell für den Erfolg der Firma ist und wofür wir drei Gründer uns viel Zeit nehmen.

Auch die Weiterentwicklung unserer Technologie ist eine Herausforderung. Wir arbeiten in einem extrem regulierten Feld, wo sehr genaue Qualitätsrichtlinien und Vorschriften erfüllt werden müssen. Erfolgreich in den Markt zu kommen, ist da gar nicht so leicht. Bis dato ist es uns aber gut gelungen, Interesse und Kunden zu generieren. Unsere Kunden sind sehr aufgeschlossen Neues auszuprobieren – das ist vor allem in Zeiten wie diesen, wo es neuer Technologien bedarf und Platz für Innovation ist, ein riesen Vorteil.

 

Welche Pläne habt ihr mit NovoArc für 2022/2023? Welche unternehmerischen Ziele habt ihr euch gesetzt?

Kurzfristig möchten wir weitere Kunden akquirieren, also noch mehr Machbarkeitsstudien mit Kunden durchführen, bei denen unsere Technologie auf deren Wirkstoff angewendet wird. Gleichzeitig möchten wir unsere Lipide auch direkt an Kunden verkaufen, welche ihre Studien dann selbständig und hausintern durchführen.

Unser großes Ziel ist es, bis 2025/2026 so viele Kunden zu haben, dass unsere aktuellen Produktionsstätten nicht mehr ausreichen und wir eine eigene Produktionsanlage aufbauen können.

FusariumPrevent – Gesamtsieger S&B Award 2020

Natur statt Fungizide: wie biologische Pflanzenhilfsmittel die Landwirtschaft aufblühen lassen

©Offscope Media/Nourivit Technologies

 

Pilzkrankheiten verursachen in der Landwirtschaft enorme Ertragseinbußen und Qualitätsverluste. Das Erntegut ist zudem mit gesundheitsschädlichen Pilzgiften verseucht, was zu Folgeschäden in der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie führt. Im Normalfall werden Fungizide zur Bekämpfung dieser Pilzkrankheiten eingesetzt, die Nebenwirkungen für Anwender und Natur haben. FusariumPrevent hat eine biologische Alternative entwickelt, die Pflanzen präventiv gegen Pilzkrankheiten stärkt. Sie hinterlassen keine toxikologisch relevanten Rückstände auf der Pflanze und haben das Zeug dazu, den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel deutlich zu reduzieren.

 

Rudolf Sallinger Fonds: Beim letzten S&B Award habt ihr euch den Gesamtsieg geholt. Wie hat sich FusariumPrevent mit seinen zwei Produkten „Valibiotics forte“ und „Valibiotics Ca liquid“ seither weiterentwickelt?

Eva & Wolfgang Harreither: Seit dem S&B Award 2020 wurden die beiden Produkte zugelassen und sind mittlerweile erfolgreich in den Markt eingeführt. Mit der BOKU Wien haben wir außerdem einen Lizenzvertrag abgeschlossen und damit die Technologie zu uns ins Unternehmen geholt.

In den letzten beiden Jahren haben sich sehr gute Erfolge unserer Produkte im Ackerbau bei Weizen, Raps und Sonnenblumen, aber auch im Wein- und Obstbau gezeigt. Aktuell starten wir ein Projekt mit der TU Graz und der Erzeugergemeinschaft Obst Steiermark GmbH, in dem es um die Reduktion chemischer Spritzmittel unter Einsatz von Mikrobiologie geht.

Betrieblich haben wir uns seit dem S&B Award vergrößert. Wir sind im Herbst 2021 in den Gewerbepark Traiskirchen gezogen und haben einen geförderten Kredit von aws erhalten. Damit konnten wir ein großes Forschungs- und Entwicklungslabor finanzieren, das zukünftig das Herzstück unseres Unternehmens sein wird. Zusätzlich haben wir auch unsere Produktionsressourcen erweitert.

Zurzeit haben wir sieben Mitarbeiter, über Werksverträge sind zusätzlich fünf Personen vor allem im Vertrieb mit an Bord. Im Sommer möchten wir um eine weitere Person aufstocken.

 

Wir haben gehört, dass ihr noch weitere Erfolge mit euren Produkten gefeiert habt. Könnt ihr uns darüber ein bisschen mehr erzählen?

Kurz nach dem S&B Award haben wir unsere Idee auf Initiative und Hilfe der UNIDO bei einem ADA Projekt für eine Wirtschaftspartnerschaft im Kamerun eingereicht, bei dem ein Joint Venture mit einem Unternehmen vor Ort gebildet wurde. Im letzten Jahr haben wir uns ein Bild von der Landwirtschaft vor Ort gemacht, um herauszufinden, wie wir den Landwirten vor Ort am besten helfen können. Kurz danach sind erste Container mit unseren Produkten in den Kamerun geschickt worden.

Zusätzlich haben wir bei der Africa Innovation Challenge der WKÖ (Advantage Austria) mitgemacht und den 3. Platz belegt, außerdem sind wir im letzten Herbst an der BOKU zum Start Up des Jahres gekürt worden. Das macht uns natürlich sehr stolz und zeigt, dass wir mit unserem Projekt und unseren Produkten auf dem richtigen Weg sind. 

Im vergangenen Jahr haben wir außerdem eine Crowdfundingkampagne mit Green Rocket gestartet, die sehr gut gelaufen ist. Die Kampagne war auf vier Wochen angelegt, unser Ziel von 600.000 Euro für den Kauf von Produktionsanlagen haben wir innerhalb von 30 Stunden erreicht.

Infos zur Kampagne gibt’s hier: https://www.greenrocket.com/nourivit

 

Wie haben sich Produktlinie und Vertriebsnetz weiterentwickelt?

Die Produktlinie Valibiotics entwickelt sich sehr gut. Sie wird eigesetzt, um chemische Mittel insbesondere im Ackerbau und im Weinbau zu reduzieren – kurz gesagt überall da, wo intensiv mit Pflanzenschutzmitteln gearbeitet wird und reduziert werden kann.

In Österreich arbeiten wir teilweise im Direktvertrieb, teilweise aber auch mit Händlern. Unsere Händler erweitern mit unseren Produkten beispielsweise auch ihr eigenes Portfolio als Ergänzung zu chemischen Mitteln.

In Polen haben wir beispielsweise einen Händler, dessen Kundenstock ca. ¼ der polnischen Agrarfläche bewirtschaftet. Das sorgt für einen schönen Umsatz, es ist aber noch immer viel Luft nach oben.

Heuer ist Bayern dazugekommen, Ungarn steht für 2022 auch noch auf der Liste. Auch Turkmenistan ist ein wichtiges Land für uns, das sich sehr gut entwickelt.

 

Wie bekommt ihr die Ukraine-Krise (unternehmerisch) zu spüren?

Am Markt in der Ukraine sind wir selbst nicht tätig, spürbar ist die Ukraine-Krise natürlich trotzdem. Der Düngemittelmarkt ist seit Herbst 2021 stark unter Druck, die Preise sind deutlich gestiegen. Durch die Ukraine-Krise ist es zusätzlich zu einer massiven Verschärfung gekommen, die Preise haben sich zum Teil verfünf- bis siebenfacht, gewisse Produkte sind zum Teil überhaupt nicht mehr verfügbar. Dünger war vorm Krieg sehr günstig, jetzt ist er enorm teuer. Das Glück für die Landwirte ist, dass auch der Preis für ihre Güter gestiegen sind, so können sie den Preisanstieg der Düngemittel einigermaßen kompensieren.  

Wir selbst haben das Glück, dass wir nicht viele verschiedene Rohstoffe brauchen und auch nicht so stark von anderen Rohstoffen wie Gas abhängig sind. Für uns sind aber speziell bei Transportkosten und Verpackungsmaterial Preisänderungen zu spüren.

Insgesamt muss man sagen, dass die Ukraine ein wichtiges Agrarland ist, das wir mit unseren Möglichkeiten unterstützen wollten. In den letzten Wochen haben wir deshalb gemeinsam mit der Stadt Traiskirchen und der Volkshilfe eine Hilfslieferung im Warenwert von rund 25.000 Euro in die Ukraine organisiert. Ein LKW mit 18 Tonnen an Düngemitteln für die Zeit des Anbaus und der Wachstumsphase (die jetzt beginnen) ist in die Ukraine geliefert worden, damit können rund 1.000ha Land bewirtschaftet werden

 

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf euer Unternehmen, eure Produkte und den Markt?

Die Landwirtschaft war insgesamt nicht so stark von Corona betroffen, bei Winzern haben wir die Corona-Pandemie allerdings ein wenig gespürt – sie haben zum Teil weniger eingekauft. Die Pandemie hatte für die Landwirtschaft aber auch positive Effekte, indem Regionalität und hochwertigere Lebensmittel gepusht worden sind. 

Der Corona-Schock war 2020 für uns sicherlich am größten, weil die Saison 2020 nicht so gelaufen ist, wie gewünscht. Danach haben wir unternehmerisch nicht mehr allzu viel von der Corona-Krise gespürt. Wir konnten zwar lange nicht reisen, was speziell für unser Kanada- und USA-Geschäft anfangs schwierig war und geplante Wachstumsschritte verzögert hat. Mittlerweile hat sich aber auch das wieder eingependelt.

Seit März 2020 ist die Seefracht extrem teuer, es gibt sehr lange Wartezeiten – und das wird auch noch eine Zeit lang so bleiben.

Was uns aber definitiv gut in die Karten spielt ist der trotz Corona unveränderte Green Deal der EU. In ihm sind die Reduktion chemischer Betriebsmittel und der effiziente Einsatz von Düngemitteln vorgeschrieben, die Landwirte sind daher ohnehin gefordert, sich und ihre Landwirtschaft zu einem guten Teil umzustellen.

 

Welche Pläne habt ihr für 2022/2023? Welche unternehmerischen Ziele habt ihr euch gesetzt?

In den nächsten Monaten möchten wir weiter in unseren Kernmärkten wachsen. Darüber hinaus haben wir in Ungarn eine Produktregistrierung fast abgeschlossen und wollen im Frühjahr eine weitere Produktionsanlage in Rumänien installieren.

Valibiotics Forte ist derzeit als Pflanzenstärkungsmittel registriert. Unser großes Ziel ist es, gemeinsam mit einer Schweizer Partnerunternehmen der Valibiotics AG in Richtung Pflanzenschutzmittelzulassung zu gehen. Die Daten zeigen, dass das sehr gut funktionieren wird. 

Neben bestehenden Produkten haben wir außerdem ein fast fertiges neues Produkt für die Saatgutbehandlung, als nächstes möchten wir spezifische Produkte für die Nährstoffmobilisierung im Boden herstellen. Es bleibt also spannend.

Revo Foods – I.E.C.T. Sonderpreis S&B Award 2020

Pflanzenbasierter Fischgenuss statt leergefischten Meeren

Fisch aus dem 3D-Drucker? Klingt für manche vielleicht surreal, ist es aber nicht. Revo Foods (ehemals „Legendary Vish“) folgt dem Trend pflanzenbasierter Fleisch- bzw. Fischersatzprodukte und stellt nachhaltigen Fisch auf Pflanzenbasis mithilfe von 3D Druck her, der sogar in seiner Textur echten Fischen entspricht. Schlemmen ist ausdrücklich erlaubt – negative Auswirkungen der industriellen Fischerei wie Überfischung und Meeresverschmutzung sind mit Produkten von Revo Foods nämlich kein Thema.

 

Rudolf Sallinger Fonds: Beim letzten S&B Award hat Revo Foods den I.E.C.T. Sonderpreis gewonnen. Was konntet ihr vom Gewinn – der Teilnahme an der I.E.C.T. Summer School mitnehmen?

Robin Simsa: Die Teilnahme an der I.E.C.T. Summer School war sehr hilfreich für die Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Wir konnten gute Kontakte knüpfen, vor allem der Austausch mit anderen Start-Ups war für uns sehr spannend.
Von den Mentoren der I.E.C.T. Summer School haben wir sehr gute Tipps erhalten, die uns enorm weitergeholfen haben – insbesondere, was die Markteinführung angeht.

 

Wie hat sich Revo Foods seit 2020 weiterentwickelt?

In den vergangenen zwei Jahren haben uns von „Legandary Vish“ in „Revo Foods“ umbenannt und unser Team stark ausgebaut, aktuell sind wir 35 Leute.
Besonders stolz sind wir auf die Markteinführung unseres ersten Produkts, das sowohl in Österreich bei BILLA als auch in Deutschland und in 12 weiteren Ländern erhältlich ist. Es handelt sich dabei um eine pflanzenbasierte Alternative zu Räucherlachs. Sie schmeckt wie Räucherlachs, hat ähnliche Nährwerte, kommt aber ohne die Nachteile der industriellen Fischerei aus.

 

Wie seid ihr mit euren Plänen, Restaurants für euch zu gewinnen, vorangekommen?

Auch hier sind wir sehr gut vorangekommen. Es gibt mittlerweile über 50 Restaurants, an die wir unser Produkt verkaufen.
Außerdem wird es noch diesen Sommer zwei weitere Produkte im Sortiment geben, auf die wir uns sehr freuen: einen Räucherlachs-Aufstrich und Graved Lachs.

 

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf euer Unternehmen und eure Produkte?

Grundsätzlich sind wir zum Glück sehr gut durch die Pandemie gekommen. Schwierig war allerdings auch für uns, dass die Gastro lange geschlossen war und sich Lieferzeiten stark verzögert haben. Man merkt aber, dass die Nachfrage nach pflanzenbasierten Fleisch- bzw. Fischersatzprodukten stetig wächst, das freut uns natürlich sehr.

 

Welche Pläne habt ihr mit Revo Foods für 2022/2023? Welche unternehmerischen Ziele habt ihr euch gesetzt?

Wir möchten unser Produktportfolio noch stärker erweitern und in weitere Länder expandieren, im Idealfall auch in die USA. Außerdem haben wir vor, unsere Technologie weiterzuentwickeln. Zwei Patente sind bereits eingereicht, es geht also gut voran.

 

Was sind die größten Herausforderungen bei der Weiterentwicklung eurer Fischersatzprodukte?

Die größte Herausforderung ist mit Sicherheit, dass es Fischersatzprodukte bislang kaum gab. Das heißt, dass es auch wenig blueprints gibt, die man für die Produktentwicklung heranziehen kann. Es muss also viel von Anfang an neu entwickelt werden, was sehr aufwändig ist und auch die Partnersuche nicht unbedingt vereinfacht.

Eine weitere Herausforderung ist außerdem, dass das Produkt genauso schmeckt und eine sehr ähnliche Textur aufweist wie die tierische Variante.

 

Im Mittelpunkt steht für euch also, die negativen Auswirkungen auf die Meere zu verhindern und gleichzeitig für uneingeschränkten Genuss zu sorgen?

Genau. Uns ist wichtig, dass die Konsumenten nicht das Gefühl haben, einen Kompromiss bei ihrer Ernährung eingehen zu müssen. Mit Revo Foods bekommen sie pflanzenbasierte Fischersatzprodukte, die so schmecken wie ihre tierischen Pendants und ähnliche Nährwerte aufweisen. So können sie den guten Geschmack mit einem positiven Beitrag für Umwelt und Meere verbinden.

 

„Es braucht eine universitäre Startup-Offensive“

Amelie Groß im Brutkasten-Interview

Im Interview mit „Der Brutkasten“ – das Medium für Startups und Innovation – sprach Kuratoriumsvorsitzende Amelie Groß über das Potenzial von Spin-offs und was es braucht, damit in Österreich mehr Spin-offs gegründet werden.

Das gesamte Interview kann hier nachgelesen werden: https://brutkasten.com/wkoe-vizepraesidentin-gross-es-braucht-eine-universitaere-startup-offensive/

 

Foto Copyright: WKÖ/Marek Knopp

Neues Team im Rudolf Sallinger Fonds

Neues Kuratorium gewählt, WKÖ-Vizepräsidentin Amelie Groß übernimmt Vorsitz

von links nach rechts: Paul Pasquali Christine Dornaus Christoph Robinson Amelie Groß Dejan Jovicevic Vanessa Hochstrasser

von links nach rechts: Paul Pasquali, Christine Dornaus, Christoph Robinson, Amelie Groß, Dejan Jovicevic, Vanessa Hochstrasser

Wien (OTS) – Der Rudolf Sallinger Fonds wird personell neu aufgestellt. Das Kuratorium, das für die Genehmigung der Förderpreise zuständig ist, wird neu besetzt. WKÖ-Vizepräsidentin Amelie Groß wird den Vorsitz des Kuratoriums von Bettina Glatz-Kremsner übernehmen. „Wir danken Bettina Glatz-Kremsner für ihren Dienst, sie hat einen großen Beitrag zur Weiterentwicklung des Rudolf Sallinger Fonds geleistet. Ich freue mich gemeinsam mit dem neuen Team auf diese Aufgabe. Mit dem Rudolf Sallinger Fonds wollen wir in Zukunft im Rahmen der S&B Awards weiterhin innovative Geschäftsideen fördern und zur Zukunftsfähigkeit von Familienunternehmen einen neuen Schwerpunkt setzen‘‘, so Groß. Christoph Robinson und Vanessa Hochstrasser übernehmen die Geschäftsführung des Fonds.

WKÖ-Vize Amelie Groß wird Kuratoriums-Vorsitzende

Die studierte Juristin ist seit 2020 Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich. Davor war die Salzburgerin von 2017 bis 2018 Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft. Darüber hinaus führt die 34-Jährige seit 2012 die Geschäfte des Familienunternehmens Inkasso MERKUR GmbH.

Der Rudolf Sallinger Fonds

Der Rudolf Sallinger Fonds wurde 1979 vom langjährigen Präsidenten der Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund-Präsidenten Rudolf Sallinger initiiert, um die mittelständische Wirtschaft zu stärken und zu fördern. Seit seinem Bestehen hat der Rudolf Sallinger Fonds über 400 junge Akademikerinnen und Akademiker für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen zu mittelstandsrelevanten Fragestellungen ausgezeichnet und stellt somit die Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft dar. In den vergangenen Jahren wurden mit dem Science & Business Award und der Future Founders Challenge frühphasige Kommerzialisierungsideen, die auf einer wissenschaftlichen Leistung beruhen sowie Geschäftsideen von Studierenden, prämiert.

Online Award Ceremony 2020

Das sind die Gewinner des S&B-Awards 2020

Am 7. Oktober 2020 vergab der gemeinnützige Rudolf Sallinger Fonds zum sechsten Mal den S&B (Science and Business)-Award an unternehmerische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Über das S&B-Preisgeld von 20.000 Euro durfte sich das Gewinnerteam FusariumPrevent by Nourivit Technologies GmbH, vertreten durch DI Dr. Eva Harreither, Institut für Biotechnologie in der Pflanzenproduktion BOKU Wien, freuen. Das Team rund um Eva Harreither hat effiziente biologische Alternativen zu chemisch synthetischen Fungiziden entwickelt, die in der Landwirtschaft oftmals zur Pilzbekämpfung zum Einsatz kommen. Das entwickelte Produkt hinterlässt keine toxikologisch relevanten Rückstände auf der Pflanze, der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel kann damit deutlich reduziert werden.

Auch in diesem Jahr wurde gemeinsam mit dem I.E.C.T. – Hermann Hauser der Sonderpreis für die I.E.C.T. Summer School vergeben. Das Team Legendary Vish, vertreten durch Robin Simsa, MSc, produziert nachhaltigen Fisch auf Pflanzenbasis mit Hilfe von 3D Druck. Die nachhaltigen Produkte erlauben umweltbewussten Konsumenten den Genuss von schmackhaftem, pflanzenbasiertem Fisch ohne negative Auswirkungen der industriellen Fischerei.

Den Kampf um den brutkasten Sonderpreis – und damit ein Media-Package im Wert von 5.000 Euro – konnte NovoArc mittels Community Voting für sich entscheiden. Das Team um Dr. David Wurm hat eine Technologie entwickelt, bei der 20% aller Spritzen durch Tabletten ersetzt werden können. Diese Tabletten werden Dank einer Schutzhülle bei oraler Einnahme nicht im Magen zersetzt und können dadurch besser im Darm vom Körper aufgenommen werden.

Der Rudolf Sallinger Fonds gratuliert allen Gewinnerinnen und Gewinnern sehr herzlich!

 

sproof – TOP 10 S&B Award 2019

sproof entwickelt eine neue Art der digitalen Signatur – einfach, schnell und zuverlässig.

Sproof

sproof entwickelt eine neue Art der digitalen Signatur. Das Signieren digitaler Dokumente wird damit dezentral, sicher und einfach. Egal ob Ausweise, Zeugnisse, Frachtpapiere oder Zertifikate – mit sproof können sämtliche Formen digitaler Dokumente mit einer einfach zu verwendenden Web App oder durch eine einfache Integration in bestehende Systeme ausgestellt, verwaltet und überprüft werden.

Der Rudolf Sallinger Fonds hat mit Erich Höpoldseder von sproof gesprochen, um herauszufinden, wie sich die Geschäftsidee seit dem S&B Award 2019 weiterentwickelt hat:

 

Im vergangenen Jahr hat es sproof beim S&B Award 2019 unter die TOP 10 geschafft. Wie hat sich eure Geschäftsidee seither weiterentwickelt?

Erich Höpoldseder: Dass wir es beim S&B Award unter die TOP 10 geschafft haben, hat wirklich hohe Wellen geschlagen. Die Presse hat uns mit äußerst positiven Berichten sehr unterstützt.

Wir haben die Idee vom digitalen Zeugnis in IT-Fachleiterkreisen von österreichischen Hochschulen vorgestellt, und das Feedback erhalten, dass sie sproof in ihrer Organisation einführen möchten. Von bestehenden Kunden wird uns die einfache Integration in vorhandene Systeme, die einfache Bedienung und die vergleichbar sehr günstigen Kosten für diese Technologie als Entscheidungsgrund für sproof genannt. Wir haben sproof auch im Zuge eines Workshops beim Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Wien vorgestellt und auch dort haben wir sehr gutes Feedback erhalten. sproof ist für einen flächendeckenden Einsatz aufgestellt. Bislang ging also alles Schlag auf Schlag. Auch in Deutschland sind wir in unterschiedlichen Organisationen, wie der Blockchain Bayern e.V. oder dem Netzwerk Digitale Nachweise aktiv.

 

Wie genau funktioniert Sproof?

Mit sproof werden digitale Dokumente einfach und kostengünstig digital signiert. Die Dokumente bekommen einen Zeitstempel und können jederzeit widerrufen werden. Jedes Dokument kann genau dem Aussteller zugeordnet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es durch eine sichere dezentrale Technologie möglich ist, die sproof-Plattform zu nutzen, ohne dabei die Datenhoheit über die eigenen Dokumente und Einträge zu verlieren. Die Ausstellung und Überprüfung der Dokumente erfolgt komplett dezentral, offen und transparent und kann auch vollautomatisiert in bestehende Applikationen integriert werden. Dadurch werden diese Prozesse günstiger, schneller und zuverlässiger. Ein weiterer Vorteil von sproof ist, dass wir keine persönlichen Daten speichern – es obliegt den Benutzer*innen, ob und mit wem welche Daten geteilt werden.

 

Für welchen Einsatzbereich ist sproof (besonders) geeignet?

sproof ist in sehr vielen Bereichen einsetzbar und nahezu uneingeschränkt in der Anwendung. Auch Industriedaten können mit sproof verarbeitet werden. Industrieunternehmen stehen vor der Herausforderung, dass sie bei Problemfällen beispielsweise Nachweise über die Korrektheit ihrer Produktionsschritte dezentral überprüfbar erbringen müssen. Damit kann man sichergehen, dass das Unternehmen den Richtlinien entsprechend produziert hat und alle zur Verfügung gestellten Daten nicht manipuliert, sondern korrekt sind. Genau hier können wir mit sproof perfekt ansetzen und uns in Zukunft zusätzlich zu digitalen Zeugnissen und digitaler Identität ein zweites Standbein aufbauen.

 

Wie finanziert sieht euer Geschäftsmodell aus?

Die sproof GmbH generiert mit den ersten Kunden bereits Umsätze. Neben Zeugnissen für Hochschulen können mit sproof auch fälschungssichere Arbeitszeugnisse und Berufsnachweise von jedem Unternehmer/Institution sofort und ohne unser Zutun umgesetzt werden. Mit der Anmeldung wählt der Kunde die Anzahl der benötigten Dokumente, bezahlt und beginnt mit der Ausstellung. sproof ist im Inkubationsprogramm von Startup Salzburg.

 

Was sind eure unternehmerischen Ziele für 2020?

Das Thema Industrie 4.0 und die damit angesprochene Möglichkeit, in der Industrie Fuß zu fassen, werden wir in einem größeren Kreis mit namhaften Unternehmen vorstellen.

Außerdem möchten wir für die Hochschulen ein Netzwerk des gegenseitigen Vertrauens aufbauen, das grenzüberschreitend bereits jetzt funktioniert. Das ist wichtig, weil die Student*innen aus allen Ländern kommen bzw. ihre Studienplätze länderübergreifend wechseln.

Wir versuchen uns daher in diesem Bereich noch breiter aufzustellen und uns heuer vor allem auf Institutionen, in denen es um Bildung geht, zu fokussieren und möglichst viele Anwender zu gewinnen.

 

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Schritte, um ein Produkt wie sproof erfolgreich auf den Markt zu bringen?

Wenn man die Idee hat, ein Produkt zu entwickeln, ist es am Anfang besonders wichtig, den Einsatzbereich so breit wie möglich zu prüfen, ohne sich auf ein spezielles Gebiet zu fokussieren. Aus der breiten Masse erhält man dann Feedback, aus dem man herausfiltern muss, wo man mit höchster Wahrscheinlichkeit mehrere Treffer landen kann.

Man darf auch nie glauben, dass man alles auf einmal machen kann. Man sollte sich den kleinsten gemeinsamen Nenner herausnehmen, diesen mit dem Kunden absprechen und perfekt umsetzen. Dadurch gewinnt man Vertrauen zum Kunden und entwickelt dann gemeinsam das Produkt weiter.

RePhil – 3. Platz FFC 2019

28.000 Tonnen Einwegbehälter landen jährlich im Müll – allein in Österreich. Mit Hilfe von wiederverwendbaren Boxen und Bechern sagt RePhil den Einwegverpackungen den Kampf an. So wird der Müllberg Stück für Stück reduziert.

28.000 Tonnen Einwegbehälter landen jährlich im Müll – allein in Österreich. RePhil sagt Einwegverpackungen den Kampf an. Dank eines durchdachten Kreislaufsystems werden umweltschädliche Einwegverpackungen durch wiederverwendbare Boxen und Becher ersetzt. So wird der Müllberg Stück für Stück reduziert.

Der Rudolf Sallinger Fonds hat mit Hannah Wundsam von RePhil gesprochen, um herauszufinden, wie sich die Geschäftsidee seit der FFC 2019 weiterentwickelt hat:

 

Im vergangenen Jahr hat RePhil den dritten Platz bei der FFC belegt. Wie hat sich RePhil seither weiterentwickelt?
Hannah Wundsam: RePhil ist ursprünglich aus einem Kurs der WU Wien heraus entstanden, nachdem die Uni vorbei war und wir viel Zuspruch für unser Projekt erhalten haben, haben wir uns dazu entschlossen, es ernsthaft zu probieren.
Bei A1 haben wir im November des Vorjahres einen ersten Piloten für 5 Wochen in der firmeneigenen Kantine gestartet. Unser Konzept haben wir von Take Away Schüsseln auch auf Kaffeebecher erweitert und ein Kreislaufsystem für unsere Mehrweg-Take-Away-Verpackungen erstellt.

Der Fokus von RePhil liegt auf geschlossenen Systemen wie beispielsweise Unternehmenskantinen. Dort gibt es eine vorhandene Zielgruppe mit hohen CO2- und Mülleinsparungspotenzialen. Außerdem ist unser Konzept in einem geschlossenen System logistisch einfach zu bewerkstelligen. Kantinen wollen immer öfter Informationen zu ihrem CO2-Fußabdruck und Mülleinsparungen – hier können wir gemeinsam mit unseren Mehrweg-Verpackungen entsprechende Zahlen liefern.
Seit der Future Founders Challenge haben wir viele Programme durchlaufen, mittlerweile befinden wir uns auch im aws First Programm und arbeiten daran, unser System weiterzuentwickeln und zu digitalisieren. In Zukunft soll es ein digitales Pfandsystem geben, das die Nutzung unserer Verpackungen einfach macht und durch Gamification und Benefits incentiviert.

 

Wie hat sich euer Team verändert?

Zu Beginn von RePhil waren wir zu viert, sind es jetzt auch, aber in etwas anderer Besetzung.

 

Was sind eure unternehmerischen Ziele für 2020? Was sind die nächsten Schritte in der Entwicklung von RePhil?

In den nächsten Monaten möchten wir durch weitere Pilotversuche Marktreife erlangen – wir sind gerne offen für Unternehmen, die sich vorstellen können, RePhil in ihrer Kantine bzw. in ihrem Arbeitsumfeld zu testen. Wenn alles gut geht, wollen wir gegen Mitte des Jahres gründen und auch erste zahlende Kunden an Bord holen.

 

Wie macht ihr Unternehmen auf RePhil aufmerksam?

Dafür gibt es momentan zwei Möglichkeiten:

1. Über die Kantinen: Wir sind im Gespräch mit großen Kantinenbetreibern in ganz Österreich. Über sie haben wir theoretisch die Möglichkeit, österreichweit in mehreren Unternehmen, die sie versorgen, zu landen.

2. Über die Unternehmen: Wir erhalten immer wieder die Möglichkeit, uns vor Unternehmen zu präsentieren. Da das Problem des Mülls ein sehr sichtbares ist, besteht großes Interesse, es in den Griff zu bekommen. Unternehmen versuchen deshalb zu quantifizieren, wie groß der Impact einer nachhaltigeren Lösung ist – hier helfen unsere Berichte, die wir auf monatlicher Basis erstellen können.

 

Welche Tipps habt ihr für zukünftige Future Founders?

Man sollte die Möglichkeiten, die es in Österreich gibt, wahrnehmen. Es gibt so viele unterstützende Programme, da macht es wirklich Sinn, sich intensiv damit zu beschäftigen und auseinander zu setzen. Wichtig ist, dass man jenes Programm findet, das am besten zum eigenen Projekt passt. Das hilft gerade am Anfang enorm, um ein Gefühl für die ersten wichtigen Schritte zu bekommen.

Außerdem darf man sich nicht von Rückschlägen unterkriegen lassen – wir alle sind davon betroffen, das passiert einfach. Wenn man das richtige Team um sich hat, schafft man es auch, sich gegenseitig immer wieder aus einem Tief zu holen und gemeinsam einen neuen Anlauf zu starten.

CarboFeed – TOP 10 S&B Award 2019

Wie kann man die globale Ernährungssicherheit gewährleisten und gleichzeitig den CO2 Ausstoß nachhaltig verringern? Das Team rund um CarboFeed hat eine Lösung entwickelt, die CO2 als Rohstoffquelle nutzbar macht.

Wie kann man die globale Ernährungssicherheit gewährleisten und gleichzeitig den CO2 Ausstoß nachhaltig verringern? Das Team rund um CarboFeed hat eine Lösung entwickelt, die CO2 als Rohstoffquelle nutzbar macht. Sie besteht aus einer neuartigen Hefe, die CO2 fixiert und in weiterer Folge als hochwertiger Futterzusatz für Nutztiere eingesetzt werden kann.

Der Rudolf Sallinger Fonds hat mit Michael Egermeier von CarboFeed gesprochen, um herauszufinden, wie sich die Geschäftsidee seit dem S&B Award 2019 weiterentwickelt hat:

 

Im vergangenen Jahr hat es CarboFeed unter die Top 10 des S&B Awards geschafft. Wie hat sich CarboFeed seither weiterentwickelt?

Michael Egermeier: Wir sind mit unserer Technologie zum damaligen Zeitpunkt noch sehr früh gewesen und momentan etwa bei der Halbzeit des FFG Spin-off Fellowships. Mit unserem Projekt bzw. der nötigen Technologieentwicklung liegen wir genau im Zeitplan.
In den letzten Monaten haben wir sehr viel positives Feedback erhalten – auch durch Artikel in verschiedensten Medien, wie zum Beispiel „Der Standard“ oder „Die Presse“. Des Weiteren ist es uns gelungen die wissenschaftlichen Grundlagen hinter der CarboFeed Technologie in dem renommierten Fachjournal Nature Biotechnology zu veröffentlichen. Das hat uns geholfen, viele gute Kontakte zu knüpfen – und die können wir gut brauchen, weil wir schon bald in die nächste Finanzierungsrunde starten werden.

 

Wie wird CarboFeed hergestellt?

CarboFeed wird in einem biotechnologischen Prozess in Bio-Reaktoren hergestellt. Man kann sich das vorstellen wie ein großer Kochtopf mit riesigem Fassungsvermögen, in dem verschiedene „Prozessparameter“ von außen kontrolliert werden können. In diesen Bio-Reaktoren wird Hefe in einem Nährmedium herangezüchtet, das funktioniert ähnlich wie bei der Herstellung von Bier- oder Bäckerhefe.

 

In welchen Bereichen ist CarboFeed einsetzbar?

Unser Ziel ist es, die Versorgung mit Protein nachhaltiger und regionaler zu machen. Haupteinsatz der proteinreichen CarboFeed Hefe sind Tierfutter.

Momenten werden in Europa rund 70 Prozent des Proteins, das wir verfüttern, in Form von Soja importiert. Das ist ein riesen Problem. Mit CarboFeed können wir proteinreiche Hefemasse statt Soja als Futtermittelzusatz verwenden. Sie kann sowohl in der Geflügel-, Schweine- und Rinderzucht als auch in Aquakulturen (Fischzucht) eingesetzt werden. Vor kurzem haben wir damit begonnen, den Markt für Haustier-Futtermittel zu bearbeiten, da hier ebenfalls ein großer Bedarf an Proteinen besteht – auch dieser Bereich ist für CarboFeed daher sehr interessant.

 

Gibt es schon Gespräche mit der Industrie?

Wir hatten schon sehr früh einen konkreten Ansprechpartner aus der Industrie, es handelt sich um einen Hersteller von Futtermittelzusatzstoffen. Mit diesem Partner stehen wir laufend im Austausch, die Gespräche laufen sehr gut.
In den letzten 9-12 Monaten sind außerdem noch ein paar weitere Firmen sowie ein Investor an uns herangetreten.

 

Was sind die größten Herausforderungen in der Weiterentwicklung von CarboFeed?

Es gibt einerseits technische Milestones, die wir erreichen müssen. Dazu zählen etwa Kennzahlen wie die Prozessgeschwindigkeit oder die Ausbeute, welche die wirtschaftliche Prozessführung des CarboFeed Prozesses zeigen.
Andererseits müssen wir uns intensiv um die Zulassung kümmern. Jedes Futtermittel muss durch ein Zulassungsverfahren, hier gibt es ganz klare Vorgaben. Aufgabe für die nächsten Monate wird also sein, viele Daten für unser Dossier zusammenzutragen und das Zulassungsverfahren schnellstmöglich in Gang zu setzen.

 

Welche unternehmerischen Ziele habt ihr euch für 2020 gesetzt?

Ob die Zulassung heuer schon starten kann, wird man erst sehen, da im Vorfeld noch viel Arbeit passieren muss. Abhängig von unserer nächsten Finanzierungsrunde werden wir außerdem unseren weiteren Pfad bezüglich einer Firmengründung gegen Ende 2020 abstimmen. Um hier noch mehr Details nennen zu können, ist es aber noch zu früh.

 

Welche Tipps könnt ihr Jungunternehmern (und allen, die es noch werden wollen) mit auf den Weg geben?

Es ist immer interessant mit Leuten zu sprechen, die direkt in der jeweiligen Branche verankert sind. Über sie kann man leichter an Kennzahlen, Marktzahlen, Produktspezifikationen etc. gelangen. Natürlich findet man auch viel im Internet, muss diese Informationen aber richtig herausfiltern – da sind Menschen, die an der Quelle sitzen, sehr hilfreich.

Wenn man sich aus dem geschützten Raum der Uni hinaus wagt und etwas in Gang setzt, kommt außerdem sehr viel auf einen zu – die Flut an Daten, Gesprächen und E-Mails ist sehr groß. Um das zu bewältigen, muss man einen guten Überblick behalten und strukturiert arbeiten.

Außerdem ist die Zusammensetzung des Teams von entscheidender Bedeutung, um ein universitäres Forschungsprojekt in ein funktionierendes Unternehmen zu verwandeln. Es geht um gegenseitige Motivation aber auch darum zu wissen wo man seine eigenen Stärken und Schwächen hat, um diese mit geeigneten Mitarbeitern oder Projektpartnern zu ergänzen.

Pregenerate – TOP 10 S&B Award 2019

Pregenerate ist ein Alternativmodell zur Behandlung von Arthrose-Erkankungen. Mit Pregenerate werden menschliche Zellen getestet, analysiert und mit neuesten Behandlungsmethoden gematcht.

Pregenerate ist ein Alternativmodell zur Behandlung von Arthrose-Erkankungen. Mit Pregenerate werden menschliche Zellen getestet, analysiert und mit neuesten Behandlungsmethoden gematcht. Die Testergebnisse zeigen, auf welche Behandlungsmethoden die jeweiligen Zellen am besten ansprechen, Arthrose-Patienten können in weiterer Folge bestmöglich behandelt werden. Ein weiterer Vorteil: auf aufwändige Tierversuche kann damit gänzlich verzichtet werden.

Der Rudolf Sallinger Fonds hat mit Julie Rosser von Pregenerate gesprochen, um herauszufinden, wie sich die Idee seit dem S&B Award 2019 weiterentwickelt hat:

 

Im vergangenen Jahr hat es Pregenerate unter die TOP 10 des S&B Awards geschafft. Wie hat sich die Geschäftsidee seither weiterentwickelt?

Julie Rosser: Im vergangenen Jahr haben wir Pregenerate in Österreich gegründet und eine Förderung von aws PreSeed erhalten. Wir haben außerdem einen weiteren Mitarbeiter gefunden und befinden uns mit Pregenerate jetzt in der Phase zwischen Prototyp und fertigem Produkt.

Gemeinsam mit Partnern werden wir das erste Produkt produzieren, die Verträge dazu sind bereits unterzeichnet. Es sind noch einige Tests notwendig, wenn alles gut geht, ist das erste Produkt aber in ein paar Monaten fertig und reif für Tiermarkt Testing.

 

Welche Vorteile hat Pregenerate für Mediziner, aber auch für Patienten?

Mit Pregenerate sammeln wir so viele Daten, dass wir einen personalisierten Behandlungserfolg für Patienten garantieren können – ohne dafür Tierversuche zu benötigen. Diese Daten werden mittels künstlicher Intelligenz analysiert, in ein paar Jahren möchten wir sie auch als Basis für neue Arten der Behandlung nutzen, die wir pharmazeutische Firmen anbieten können.

 

Was sind die nächsten großen Schritte für Pregenerate? Welche unternehmerischen Ziele habt ihr euch für 2020 gesteckt?

Wir werden ab Mitte oder Ende des Jahres versuchen, eine Finanzierung zu erhalten, damit wir gemeinsam mit unseren Partnern kontinuierlich mehr Daten sammeln können. Außerdem möchten wir weitere wichtige Schritte im regulatorischen Bereich machen. Da medizinische Zulassungen aber immer sehr komplex sind, wird das noch einige Jahre dauern.

 

Welchen Service bietet ihr euren Kunden an?

Wir bekommen Zellen vom Arzt, die wir mit unserer Hardware testen können, um herauszufinden, wie sie auf die neuesten Arthrose-Behandlungen ansprechen. Diese Testung erlaubt es uns in weiterer Folge Auskünfte darüber zu geben, welche Behandlung für welchen Patienten die beste ist.

In einem weiteren Schritt möchten wir die Daten von Patienten mit spezifischen Biomarkern in einer Gruppe sammeln, um die Zellen weiteren klinischen Tests zu unterziehen. Dadurch werden die Ergebnisse noch genauer, es ist noch wahrscheinlicher, den Patienten mit der vorgeschlagenen Behandlungsmethode zu helfen.

Sobald wir uns internationaler bewegen, möchten wir außerdem Kundensupport bei der Analyse von Daten anbieten.

 

Welche Tipps habt ihr für Start-Ups speziell im medizinischen Bereich?

Eine wichtige Erkenntnis war, dass es sehr wichtig ist, gute Mentoren zu finden. Wir hatten sehr viel Glück, mit zahlreichen Personen von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Apex Ventures und I.E.C.T. Hermann Hauser sprechen zu können, von ihnen haben wir wahnsinnig viel Informationen und Beratung erhalten.