TOP 10 2022

Das sind die TOP 10 des S&B Awards 2022 (in alphabetischer Reihenfolge):

Avemoy

Universität Klagenfurt (Institut für intelligente Systemtechnologien)

M.Eng Christian Brommer / Univ.-Prof. Dr. Stephan Weiss

Das Avemoy Projekt vereint Kompetenzen gesammelt an der ETH Zürich, des Jet Propulsion Laboratory der NASA (Ingenuity) und der Control of Networked Systems Gruppe der Universität Klagenfurt. Patentierte Technologien erlauben kostengünstige Smart-Agriculture und vollautonome, flächendeckende Datenaufnahmen für Glasgewächshäuser mit modularer Lösung für höchste Flexibilität durch die Verwendung von beliebigen Sensoren zur Datenaufnahme. Miniaturisierte Flugroboter werden individualisiert, robust und erlauben störungsunanfällige Flüge. Avemoy bietet damit BigData und ‚Precision Farming‘ für KMU und unterstützt sowohl das lokale Gewerbe als auch die nachhaltige Verwendung von Ressourcen durch z.B. den gezielten, und reduzierten Einsatz von Chemikalien und Wasser. Die neuartige Flexibilität und Modularität verschaffen dem Unternehmen einen entscheidenden Vorteil zu Wettbewerbern und ermöglichen die Skalierung international auf weitere Industrien, wie Hafenanlagen und Gebäudeinspektionen.

CompreVie

Technische Universität Wien

Ifigeneia Petrocheilou / Elizabeth Pavez Lorie, PhD / Mag. Christian Hoffmann

We aim to replace animal testing and contribute to new therapies by providing a service platform based on an interactive microfluidic human skin-on-a-chip that mimics environmental stimuli, stress, wounding, and pathological conditions. Able of being cultured for up to 6 months, it will represent the first true long-term in vitro microfluidic organ-on-chip platform, where customer-provided substances or therapies can be tested in combination with mechanical forces. Additionally, we offer customizable lab-on-chip products in the form of smart consumables for a sustainable and physiologically relevant cell culture. Our products are based on years of research in human skin in vitro modeling in health and disease ( from the German Cancer Center, DKFZ, Germany) and mechano-microchip development and research from TU Wien.

G.ST Antivirals - Neuartige wirtszell-basierte Therapie gegen virale Atemwegsinfektionen

Medizinische Universität Wien (Institut für Immunologie)

Priv. Doz. Dr. Guido Gualdoni, PhD / ao.Univ. Prof. Dr. Johannes Stöckl

Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel und sind daher vollständig darauf angewiesen, dass die infizierte Zelle die Bausteine für ihre Vermehrung zur Verfügung stellt. Nachdem innerhalb von kürzester Zeit Millionen neuer Viren produziert werden müssen, stellt dies hohe Anforderungen an den Wirtszellmetabolismus dar, und viele Viren haben Wege gefunden die infizierten Zellen in Richtung vermehrter Nährstoffaufnahme zu manipulieren. Wir konnten im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Medizinischen Universität Wien zeigen, dass Rhinoviren, die häufigsten viralen Erreger von Atemwegsinfektionen, infizierte Zellen dazu bringen vermehrt Glukose aufzunehmen. Diese Glukose wird in anabole Stoffwechselprozesse eingespeist welche Bausteine für die virale Vermehrung liefern. Hieraus haben wir eine Therapiestrategie gegen Rhinoviren ableiten können, indem wir mittels des Glukoseanalogons 2-Deoxyglukose die Zuckerverwertung der Zellen hemmen. Diese akademischen Ergebnisse waren Grundlage für die Ausgründung G.ST Antivirals im Jahr 2019, in welcher ein 2-Deoxyglukose haltiges Nasenspray entwickelt wird, welches sich derzeit in einer klinischen Phase 1 Studie befindet.

Holloid

Universität für Bodenkultur (Department für Nanobiotechnologie (DNBT), Institut für Biologisch inspirierte Materialien)

Priv.-Doz. Dr. Peter van Oostrum / DI Dr. Pinar Frank / Mag. Marcus Lebesmühlbacher, MSc, MIM, CFA

Holloid ermöglicht ProduktionsmanagerInnen automatisierte 3D-Mikroskopie von mikrometergroßen Objekten wie Bakterien, Zellen und Partikeln.

Holloid automatisiert die Quantifizierung von Krankheitserregern und Partikelkontaminanten mithilfe einer Kombination aus proprietärer Hardware und Software-as-a-Service. Das Startup stellt Daten für die Bioprozesskontrolle bereit, indem die Art, Konzentration und der Zustand von Mikroorganismen in der Bioproduktion überwacht wird. Dadurch werden Produktivitätsoptimierung, Qualitäts- und Kontaminationskontrolle ermöglicht und ein Frühwarnsystem zur Reduzierung von Ressourcenverschwendung bereitgestellt.

Die Anwendungen reichen von der mikroskopischer Überwachung direkt in Produktionsumgebungen über die Umwelt-Analysen bis hin zu Forschung und medizinischer Diagnostik.

Kraken Innovations GmbH - Smart Gear

Technische Universität Graz (Institut für Fertigungstechnik)

Dipl.-Ing. Philipp Eisele / Daniel Fürhapter, MSc / Lukas Dietrich, MSc / Sophia Harrer, BSc / Gottfried Brunbauer, BSc / Matthias Anhofer, MSc

Kraken Innovations GmbH, ein Spin Off der Technischen Universität Graz, wurde am 19. Februar 2021 gegründet und hat das Getriebekonzept Smart Gear mit neuartiger Kinematik und intelligenter Konnektivität entwickelt. Die technische Errungenschaft im Bereich der ganzheitlichen Antriebssysteme konnte bereits nationale Patente erwirken. Das innovative Getriebe kommt ohne Zahnräder für die Leistungsübertragung aus, was einen flächigen Kontakt ermöglicht und somit um ein Vielfaches höhere Kräfte, bei gleichem Bauraum, übertragen lässt. Der damit freiwerdende Raum im Inneren des Getriebes wird für die Integration von Microcontroller und Sensorik genutzt. Dies macht aus dem bisher lediglich als mechanisches Bauteil genutzten Zahn eine smarte Einheit. Mittels einer lernenden Software können Daten ausgelesen, der Zustand überwacht und anstehende Wartungen vorausgesagt werden. Momentan ist das Team auf der Suche nach Partner:innen für Pilotanwendungen in Bau- und Landmaschinen.

Lignovations

Technische Universität Wien (Institut für Verfahrenstechnik)

Dr. DI Stefan Beisl / Dr. DI Angela Miltner / Dr. DI Martin Miltner / Victor Tibo, MSc

Lignovations, ein Spin-Off der TU Wien, hat eine Technologie entwickelt, die eine industrielle Nutzung von Lignin als Alternative zu gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien ermöglicht. Lignin ist wie Zellulose ein Hauptbestandteil von Pflanzen und schützt sie vor UV-Strahlung der Sonne, Sauerstoffangriff und anderen negativen Umwelteinflüssen.

Durch Lignovations Technologie können Hersteller von Konsumgütern diese schützenden Funktionen des Naturstoffs Lignin in ihren Produkten nutzen. Dazu wird Lignin aus Reststoffen, wie z.B. Sägewerksabfällen, Stroh oder Strauchschnitt, in spezielle Ligninpartikel umgewandelt. Diese Ligninpartikel können in einer Vielzahl an Endprodukten, wie z.B. Sonnencremen, Holzschutzmitteln oder Verpackungen eingesetzt werden. Dadurch werden Stoffe mit schädlichen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt ersetzt und der Verbrauch fossiler Ressourcen verringert.

LoconIQ - High Precision and 3D Indoor and Outdoor Localization

Universität Klagenfurt (Networked and Embedded Systems Institute)

Dipl.-Ing. Daniel Neuhold

LoconIQ successfully bridges the technological gap for cost-effective and precise indoor localization. The company aims to capitalize on its innovative deep tech algorithms to revolutionize the €280B markets of logistics, automation, and robotics. Furthermore, the solution is essential for emerging markets and applications such as autonomous EV (Electric Vehicle) charging, disaster control, and touchless as well as high-security entrance control. With fourteen granted patent claims that are applicable across various wireless technologies, LoconIQ outperforms its competitors by factors of forty in precision and sixty in latency. Collaborations with strategic R&D institutions will allow the company to obtain a dominant market position as it builds a thriving community around its products. The optimized supply and distribution chains facilitate a seamless and global scale-up with substantial profit mar-gins to promote the company’s fast growth.

Lungenkrebstherapie- Die Reaktivierung mutierter molekularer Schalter

Universität Innsbruck (Institut für Biochemie, Tiroler Krebsforschungsinstitut)

PD Dr.rer.nat. Eduard Stefan

Über 70 Kinaseblocker werden in der Klinik als sogenannte Blockbuster Medikamente, z.B. in der Melanom- und Brustkrebstherapie, verwendet. Es hat sich aber gezeigt, dass diese Enzym-inhibitoren bei manchen nicht effektiv sind und bei vielen Patienten im Zuge der Therapie Resistenzmechanismen hervorrufen. Für effektivere Therapien sind neue Präzisionsmedizin-orientierte Strategien notwendig, um das Mutations-spektrum der jeweiligen Kinase in den Medikamentenentwicklungsprozess oder die Therapie miteinzubeziehen.

Mit patentierten KinCon Biosensoren bieten wir eine auf die Patientenmutation abgestimmte Lösung an, um Wirksamkeiten von Wirkstoffen vorherzusagen und die Frage zu beantworten: Welches Medikament für welche Patienten-Kinasemutation? Zudem suchen wir nach einem Leadmolekül, welches einen beschädigten molekularen Kinaseschalter wieder anwirft. Bei Lungenkrebspatienten könnte diese Reaktivierung der entsprechend mutierten Tumor-suppressor-kinase den kostenintensiven Immuntherapieerfolg steigern.

NovoArc

Technische Universität Wien (Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik & Technische Biowissenschaften)

Dr. Julian Quehenberger / Dr. David Wurm / Prof. Dr. Oliver Spadiut

Viele Wirkstoffe müssen derzeit über Spritzen verabreicht werden, da sie bei oraler Einnahme im Magen zersetzt werden. Zudem werden die Arzneimittel durch deren kurze Aufenthaltszeit im Darm nur teilweise vom Körper aufgenommen.
Das TU Wien Spin-Off NovoArc arbeitet an der industrielle Produktion von stabilen Lipiden für die Herstellung magengängiger Transportvesikel als Schutzhülle für oral verabreichte Pharmazeutika. Die Herstellung dieser Lipide, die derzeit nicht in ausreichender Menge und Qualität verfügbar sind, erfolgt in einem Bioprozess mit Hilfe eines extremophilen Mikroorganismus. Wir beschäftigen uns seit über 6 Jahren intensiv mit der biotechnologischen Nutzung dieses Organismus und konnten so fundiertes Wissen im Bereich Fermentationstechnik sowie gezielter Steuerung der Lipidzusammensetzung generieren. Im Moment verpacken wir Wirkstoffe in gezielt hergestellte Lipidmischungen, um so die herausragenden Eigenschaften der hergestellten Transportvesikel in in-vitro und in-vivo Studien zu bestätigen und führen bereits Machbarkeitsstudien mit Wirkstoffen von mehreren Kunden aus der pharmazeutischen Industrie durch.

Sisyphus

Technische Universität Wien (Institut für Materialchemie)

Assoc. Prof. Christoph Rameshan / Dr. Thomas Cotter / Dipl.-Ing. Lorenz Lindenthal, BSc / Richard Buchinger, BSc

Bahnbrechende Materialforschung des Projekts TUCAS unter der Leitung von Assoc. Prof. Christoph Rameshan hat erhebliches Potenzial zur Weiterentwicklung und Verbesserung des CO2-Recyclings aufgedeckt. Neuartige Katalysatoren auf der Basis von Perowskiten zeigen außergewöhnliche Leistung und Stabilität bei der Umwandlung von CO2 in nützliche Produkte und werden die Entwicklung von Technologien zur effizienten Herstellung grüner Treibstoffe und Chemikalien aus Industrieemissionen und anderen CO2-Quellen wie der direkten Luftabscheidung ermöglichen.
Diese Technologie hat das Potenzial, einen sehr beträchtlichen Markt anzusprechen, der sich zurzeit im Übergang von fossilen zu erneuerbaren Kraftstoffen befindet. Dies bildet die Grundlage, um Fortschritte auf unserem Weg zu Net-Zero-Emissionen zu erzielen.